Ist eine Welt ohne Plastik vorstellbar? Angefangen vom simplen Plastiksackerl, über Verpackungsmaterial von Lebensmitteln bis zum Kochlöffel – wir sind umgeben von Kunststoff. Eine österreichische Firma bietet eine interessante Alternative.

Unsere Welt erstickt im Plastikmüll. Riesige Wolken davon treiben in den Meeren. In Wüsten finden sich immer häufiger „Plastikoasen“ und selbst auf heimischen Deponien türmen sich die Plastikberge. In Kontakt mit Lebensmitteln bereiten Kunststoffe häufig Probleme durch die Abgabe von giftigen Substanzen. Ausgangsprodukt ist meist Rohöl, das bekanntlich auch nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

Ute und Johann Zimmermann haben sich 2007 selbständig gemacht und eine Firma gegründet. Johann Zimmermann hat als Kunststofftechniker und Betriebswirt die technische Leitung über, seine Frau ist Volkswirtin und hat somit den kaufmännischen Part übernommen. Das Ehepaar hatte die Vision von einem Kunststoff, der in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. Mit NaKu haben sie diese Vision Wirklichkeit werden lassen.

Wir wollen umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichem Kunststoff einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und neue Anwendungen erschließen.

Ute und Johann Zimmermann, Gründer von NaKu

Die Firma NaKu produziert, vertreibt und entwickelt natürliche Kunststoffe aus Mais und Kartoffelstärke. Erhältlich sind zurzeit unter anderem Plastiksackerl, Frischhaltebeutel, Besteck, Teller und Becher. In der Anwendung verhält sich natürlicher Kunststoff wie das künstliche Pendant: also nass machen oder einfrieren ist kein Problem. Auf einem Misthaufen verrottet ein NaKu-Sackerl nach etwa 9-11 Wochen. Das Gegenstück aus Erdöl braucht mindestens 200 Jahre.

Und die Zukunft? Ute und Johann Zimmermann wünschen sich, dass mehr Menschen in Supermärkten nach den natürlichen Alternativen zu Plastik fragen. Zurzeit sind die beiden dabei, den natürlichen Kunststoff weiterzuentwickeln: als Yoghurtbecher, als Faser für Kleidung oder für medizinische Einweg-Verbrauchsmaterialen. Ihr Ziel ist es, Kunststoff aus in Österreich gewachsenen Pflanzen produzieren zu können!