Wie können wir mit dem steigenden Bedarf an Betreuung und Pflege für ältere Menschen umgehen? Herkömmliche Sozialversicherungen und Pflegeeinrichtungen stoßen spürbar an ihre Grenzen. Ein Ansatz aus den USA gibt die Richtung vor. 

Staaten kürzen ihre Sozialleistungen zusehends, Familien sind immer weniger in der Lage, die Großeltern-Generation im nötigen Umfang zu versorgen, Pflegepersonal können sich die wenigsten leisten. Und: die Zahl derjenigen, die Unterstützung brauchen, wächst unaufhaltbar. Die Bevölkerungspyramiden in der westlichen Welt stehen zunehmend Kopf.

Edgar Cahn hat sein ganzes Leben der Gerechtigkeit gewidmet. Er studierte Jus in Yale, beriet später Robert Kennedy. Er kämpfte gegen Hunger, für mehr Rechte für Frauen und für die Ärmsten der Gesellschaft. Seine tiefe Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind und dass jeder etwas zur Gemeinschaft beitragen kann, führte vor 30 Jahren zur Gründung von TimeBanks.

Die Arbeit der letzten Jahrzehnte wandelt sich zu einer weltweiten Bewegung, die den Beitrag jedes Menschen gleich bewertet und so Abhängigkeit in Resilienz verwandelt.

Edgar Cahn, Gründer von TimeBanks

Auch ältere Menschen können noch etwas für eine Gemeinschaft tun und die geleisteten Stunden auf TimeBanks einzahlen. Diese Stunden bekommen sie in Form von Einkaufen-gehen, regelmäßigen Besuchen, Krankentransporten oder leichteren Pflegediensten wieder zurück. Jüngere Menschen können sich über Dienste an der Gemeinschaft ein Guthaben für spätere Zeiten aufbauen.

In Bezug auf Geld sind wir Menschen unterschiedlich, vor der Zeit sind wir jedoch alle gleich. Seit Anfang der 80er Jahre hat sich die Idee der TimeBanks weltweit verbreitet. In den USA gibt es inzwischen 276, in Großbritannien ca. 250 Zeitbanken. Was früher innerhalb einer Familie geschah, passiert jetzt auf größerer Ebene. Das Ergebnis ist aber das Gleiche – eine Stärkung der Gemeinschaft.

*editor’s pick