Wie kann Wüste in fruchtbares Land umgewandelt werden? Zwei Drittel Ägyptens bestehen aus Ödland. Ein einzelner Mann hat ein Leuchtturmprojekt geschaffen, das inzwischen weltweite Anerkennung findet.

2050 wird die Weltbevölkerung genügend Lebensmittel für 9 Milliarden Menschen produzieren müssen. Die drei Faktoren für Ernährungssicherheit sind der Zugang, die generelle Verfügbarkeit und die Leistbarkeit von Nährstoffen. Die industrielle Landwirtschaft hat hohe Erträge durch den massiven Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden, Wasser und Langstreckentransport erzielt – jedoch auf Kosten der Umwelt.

Ibrahim Abouleish startete 1977 SEKEM mit seiner Frau Gudrun Erdinger auf einem unberührten Fleck Wüste nördlich von Kairo. Mit biodynamischen Methoden verwandelten sie den kargen Boden in fruchtbares Land. Über die Jahre hinweg entwickelte sich SEKEM zu einer Dachorganisation von vielfältigen, landwirtschaftlichen und gewerblichen Unternehmen und NGOs.

Jede wirtschaftliche Tätigkeit muss auf ökologische und ethische Prinzipien abgestimmt sein, damit alle Menschen ihr Potential entwickeln können und unsere Umwelt geschont wird.

Ibrahim Abouleish, Gründer von SEKEM

SEKEM ist ein Sozialunternehmen und eine Kulturinitiative, die verschiedene Bio-Lebensmittel, Gesundheitsprodukte und Textilien aus ökologischem Anbau herstellt. Die aus sechs Betrieben bestehende Holding orientiert sich in pädagogischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht an den Grundprinzipien der Waldorfpädagogik und Anthroposophie. Damit stellt SEKEM sicher, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten und der Natur berücksichtigt werden.

Es ist kein Zufall, dass die ägyptische Hieroglyphe Sekem für Vitalität steht. Die Organisation erreicht die Umwandlung von Wüste in fruchtbares Land durch permanente Bodenverbesserung durch Kompost, mit Setzlingen, die direkt auf der Farm gezogen werden und daher besser an das extreme Wüstenklima angepasst sind. Damit trägt SEKEM außerdem einen maßgeblichen Teil zur lokalen Lebensmittelversorgung bei.

*editor‘s pick