Ist es möglich, einkommensschwachen Pensionisten eine angemessene Pflege zukommen zu lassen? Die Kosten von Pflegedienstleistungen steigen beständig und scheinen noch nicht am Zenit angekommen zu sein. Einen leistbaren Weg entwickelte eine Kubanerin in den USA.

Die Zahl der älteren Menschen wird in den nächsten Jahrzehnten weiter stark zunehmen. Staatliche und private Betreuungseinrichtungen sind heute schon an ihren Grenzen. Angemessene Pflege wird zunehmend eine Frage des Geldes. Altersheime machen Menschen oft unselbständiger als notwendig. Die ungewohnte Umgebung macht sie anfälliger für Krankheiten und psychische Probleme.

Conchy Bretos wuchs auf Kuba auf und wurde von ihrer Großmutter großgezogen. Von klein auf lernte sie respektvoll mit älteren Menschen umzugehen. Als Jugendliche kam sie in die USA, wo sie Mitte der 90er Jahre „Secretary of Aging and Adult Services“ in Florida wurde. In dieser Zeit wurde sie auf die betrüblichen Zustände in vielen amerikanischen Altersheimen aufmerksam. Das veranlasste sie zur Gründung des Beratungsunternehmens MIA Consulting.

Aus dem Bett helfen, Unterstützung bei größeren Einkäufen und ein paar nette Worte. Dies reicht schon oft, um älteren Menschen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.

Conchy Bretos, Gründerin von MIA Consulting

Conchy Bretos ermöglicht einkommensschwachen und kranken, älteren Menschen eine leistbare Form des Betreuten-Wohnens. In ihrem Modell kombiniert sie sozialen Wohnbau mit Pflegedienstleistungen. Dadurch ersparen sich ältere Menschen die teure Infrastruktur eines Altersheims, können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und bekommen trotzdem jene Hilfe, die sie dringend benötigen.

Bretos‘ Modell wird bis jetzt schon in 23 der 50 amerikanischen Bundesstaaten angewendet. Je älter sie allerdings wird, desto weniger Zeit hat Conchy Bretos, all ihre Pläne zu realisieren. Das macht sie ungeduldig und auch direkter und respektloser, wodurch sie mehr bewirkt als je zuvor.