Wie schaffen wir mehr Grünflächen in einer Stadt? Die meisten Flächen in urbanen Zentren sind verbaut oder versiegelt. Viele unterschiedliche Interessen zur Nutzung jedes Quadratmeters erschweren eine Renaturalisierung noch weiter. Ein Spanier hat eine originelle Idee entwickelt, um mehr Grün in die Stadt zu bringen.

Mehr Grünflächen würden die Luft unserer Städte sauberer und kühler halten, Wasser absorbieren und damit die Kanalisationen weniger belasten. Auch optisch würden Pflanzen mehr zum Wohlgefühl der Bewohner beitragen als Beton und Asphalt. Busse nehmen wir meist als Lärmproduzenten und Luftverschmutzer war – doch das muss nicht sein.

Marc Grañén lebt nördlich von Barcelona und hat Biologie studiert. Er ist ein passionierter Gartengestalter geworden. Als er den Dachbegrüner Alex Puig bei einer Gartenparty kennenlernte, war Marc fasziniert von seiner simplen Strategie der Stadtbegrünung. Sie bildeten ein kongeniales Team und entwarfen den Phyto Kinetic Bus.

Gerade in Städten müssen wir unkonventioneller denken. Stellen wir uns bewachsene Wände, Dachflächen, Innenräume und eben auch Busdächer vor!

Marc Grañén, Erfinder des Phyto Kinetic Bus

Der Phyto Kinetic Bus ist ein Bus mit begrünter Dachfläche: Kräuter, Gräser, Zierpflanzen, Moose und Efeu wachsen darauf. Das Grün kühlt die Busse im Sommer im Schnitt um 3,5 Grad Celsius, die Feuchtigkeit aus der Klimaanlage der Busse wird zur Bewässerung verwendet, falls der nötige Niederschlag in den heißen Monaten ausbleibt.

Mit der Dachbegrünung von Bussen will Marc Grañén mehr Natur in die Stadt holen: Madrid hat beispielsweise etwa 2.500 Busse mit einer Dachfläche von je 20 Quadratmetern. Die Bepflanzung dieser Fahrzeuge würde also 50.000 Quadratmeter mehr Grünfläche in der Stadt bedeuten. In Barcelona ist Marc gerade in Verhandlungen mit einer großen Autofirma, die eine Busflotte mit den grünen Dächern sponsern möchte.

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