Was tun, wenn man nicht mehr an die staatlichen Universtäten glaubt? Man gründet eine eigene – im ursprünglichen Sinne einer Schule des Denkens – und entwickelt dort geistige Hilfsmittel für bessere Entscheidungen. Das ist lange schon nötig.

Aus Frustration über den universitären Betrieb – insbesondere der Wirtschaftswissenschaften – fanden sich 2007 unabhängige Akademiker aus verschiedenen Fachbereichen zusammen. Es einte sie das Verlangen, eine private Nische des Wirkens aufzubauen, die unabhängig von Staat, Banken und Konzernen zurück zur ursprünglichen Idee einer Universität kommen konnte. Eine interdisziplinäre Gemeinschaft von Erkenntnissuchenden, welche die Welt und den Menschen ganzheitlich verstehen will.

Es ist vor allem der Wirtschaftsphilosoph Rahim Taghizadegan und sein Drang, wirklich zu verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält, was schlussendlich zur Gründung des Instituts für Wertewirtschaft führte, das er mit dem Philosophen Eugen-Maria Schulak im Selbstverständnis eines Unternehmens führt. Konsequent verweigert das als Verein organisierte Institut finanzielle Zuwendungen von Staat, Banken oder Konzernen. Ein herausfordernder Weg, der aber das Grundprinzip der Unabhängigkeit verteidigt. Triebfeder ist die Freude an der Erkenntnis, am Besserdenken und Bessermachen, um hautnah am Wandel dabei zu sein, der unsere Zeit erfasst.

Sapere aude - wagt es, euch eures Verstandes zu bedienen, abseits von Denkverboten, ideologischen Sackgassen und Moden des Zeitgeists.

Rahim Taghizadegan, Gründungsvorstand des Instituts für Wertewirtschaft

Rahim Taghizadegan und seine Kollegen leben Universität, wie sie ursprünglich gedacht war, im Sinne einer Schule. Eines Ortes der Muße, in dem – abseits von der falschen Praxis der Gegenwart – Neueres und Älteres, jedenfalls aber Besseres gedacht werden kann. Das Institut bietet die nötigen geistigen Hilfsmittel, ohne Ideologie und Schönreden. Wer absolute Unabhängigkeit, Offenheit und realistische Nüchternheit bei sinnorientierter Perspektive sucht, ist beim Institut für Wertewirtschaft am richtigen Ort. Sie vermitteln praktische Philosophie – die nötige Orientierung, um inmitten des Wahnsinns und der Widersprüchlichkeit unserer Zeit nachhaltig gangbare Wege mutig zu beschreiten. Das zentrale Ziel: Menschen dabei zu helfen, sich wieder ihres eigenen Verstandes zu bedienen.

Und die Zukunft? Rahim Taghizadegan hofft, dass die schlechten Erfahrungen mit “Experten” und “Theoretikern” nicht zu einer Kultur des blinden Tuns ohne Reflexion führen, sondern Menschen wieder die Kraft praktischer Philosophie zu würdigen wissen. Und: Dass mehr Menschen wieder selbst denken lernen. Vor allem aber hofft er, dass junge Menschen sich nicht durch hohle Karriereversprechen auf den Holzweg führen lassen, sondern vermehrt bereit sind, unbequemere, schwierigere Wege mit ungewisser Erfolgsaussicht einzuschlagen. Denn: Es braucht mehr eigenverantwortliche, mutige Pioniere für die unglaublichen Herausforderungen unserer spannenden Zeit.