Wie können wir verhindern, dass Lebensmittel, die vollkommen in Ordnung sind, weggeworfen werden? Viele Schwierigkeiten in unserem Versorgungssystem entstehen nicht etwa, weil zu wenig Nahrung vorhanden ist, sondern weil diese schlecht verteilt wird. Eine neue Initiative löst die Problematik.

Jeder Mensch in Österreich wirft jährlich im Schnitt rund 300 Euro an unverdorbenen Lebensmitteln in den Müll. Wir haben so viel von allem, dass unser Umgang mit Essen häufig von Gedankenlosigkeit geprägt ist. Dabei könnte mit unserem Überfluss vielen Menschen geholfen werden, denen es am Notwendigsten fehlt.

Der Autor und Regisseur Valentin Thurn zeigte 2011 mit seinem Film “Taste The Waste” den Umfang der weltweiten Lebensmittelverschwendung auf. Er entwickelte außerdem das Konzept für die Plattform myfoodsharing.at, die in Deutschland Ende letzten Jahres erfolgreich startete. In Österreich wurde die Idee übernommen und mithilfe des Lebensministeriums und der Wiener Tafel aufgebaut.

Mit myfoodsharing bekommen jüngere, technik-affine Menschen ein attraktives Angebot für einen reflektierten und klugen Konsum.

Markus Hübl, Gründer der Wiener Tafel

Über myfoodsharing.at tauschen und teilen Privatpersonen, Händler und Produzenten genusstaugliche Lebensmittel, die sie selbst nicht mehr wollen oder brauchen. Leute, die Lebensmittel kostenlos abgeben möchten, erstellen einen elektronischen Warenkorb. Diesen können Menschen, die zu wenig haben, in Anspruch nehmen. Auf diese Weise verhindert myfoodsharing, dass Lebensmittel unnütz weggeworfen werden.

Wer zu viel eingekauft oder gekocht hat, vor dem Urlaub seinen Kühlschrank leeren will oder die Obsternte im eigenen Garten nicht alleine bewältigt, findet auf der Plattform schnell und ohne Aufwand Abnehmer. Mehr als 2.700 NutzerInnen in 24 österreichischen Städten haben sich bereits registriert und seit Ende Mai dieses Jahres wurden bereits  zwei Tonnen an Nahrungsmitteln vor der Entsorgung bewahrt.