Wie motiviert man Menschen in indischen Dörfern, den Müll von den Straßen zu entfernen? Wer es gewohnt ist, Abfall um sich zu haben, fühlt sich machtlos oder erkennt die Gefahrenquellen nicht. Eine NGO hat ein spannendes Konzept entwickelt.

Bihar ist ein kleiner Staat im Nordosten Indiens. Er zählt mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 4 Dollar am Tag zu den Ärmsten. In zahlreichen Dörfern liegt viel Müll und Dreck auf den Straßen, in Höfen und kleinen Winkeln herum. Neben dem negativen Einfluss auf das Landschaftsbild begünstigt der Abfall, der zu einem Großteil aus organischen Komponenten besteht, die Verbreitung von Krankheiten.

Im Januar letzten Jahres segelte David Priest in seinem Urlaub den Ganges hinauf. Dabei fielen ihm die viele Schmutz- und Müllberge auf, die in den Dörfern herumlagen. Er sprach Vishnu Singh, den Skipper seines Bootes, darauf an und beide begannen über mögliche Lösungswege zu diskutieren. Dies war die Geburtsstunde von Green Village Zero Rubbish.

Das Müllproblem ist der Elefant im Zimmer, über den wir in Indien scheinbar nicht reden wollen.

Vishnu Singh, Co-Gründer von Green Village Zero Rubbish

Green Village Zero Rubbish hilft bei der Beseitigung von Müll in indischen Dörfern. Die Bewohner bekommen Geld, wenn sie den Müll in ihrer Umgebung entfernen und zu Sammelstellen am Rand der Dörfer bringen. Dort wird der Müll nach den Kategorien “kompostierbar”, “nicht-recycelbar” und “recycelbar” getrennt. Letztere verkauft die Organisation an regionale Aufbereitungsunternehmen und nimmt dabei das Geld ein, das die Dorfbewohner fürs Einsammeln erhalten.

Teilnehmer am Projekt müssen über 14 Jahre alt sein und die Entgegennahme des Mülls erfolgt außerhalb der Unterrichtszeiten, damit Kinder nicht Müll sammeln, statt in die Schule geschickt werden. Durch die Transformation von Müll in ein Handelsgut trägt Green Village Zero Rubbish zu sauberen und hygienischen Dörfern bei und schafft ein zusätzliches Einkommen für die Bevölkerung.

*editor’s pick