Wie macht man karge Böden fruchtbar, wenn fast kein Wasser vorhanden ist? 70 Prozent des weltweiten Wasserbedarfs geht an die Landwirtschaft, in wüstenähnlichen Gegenden ist der Anteil noch höher. Ein britisches Unternehmen hat das nahezu Unmögliche geschafft.

Zwei tragende Gründe für Armut auf unserer Erde sind der Mangel an sauberem Trinkwasser und die Unmöglichkeit, in bestimmten Gegenden Lebensmittel anzubauen. Die Niederschläge in ariden Gebieten sind in den letzten 20 Jahren relativ konstant geblieben, der Bedarf hat sich aber aufgrund des Bevölkerungswachstums verdoppelt. Häufig kommt noch die nicht nachhaltige Nutzung von Wasser hinzu, die zur Erschöpfung der kaum vorhandenen Quellen führt.

Charlie Paton hatte 1991 eine Idee, um dieses Problem zu lösen und begann unverzüglich, die Technologie dafür zu entwickeln und sie auf Machbarkeit zu testen. Auf Teneriffa bestätigte ein Testlauf die Gangbarkeit im darauffolgenden Jahr. Seine Erfindung taufte er Seawater Greenhouse. Um das Konzept unter extremeren Gegenden zu testen, baute Charlie Paton 2000 und 2004 noch weitere Seawater Greenhouses in Abu Dhabi und im Oman. Auch dort funktionierte sein Konzept.

Auch in den unwirtlichsten Umgebungen können wir gute Wachstumsbedingungen schaffen!

Charlie Paton, Gründer von Seawater Greenhouse

Das Seawater Greenhouse transformiert vereinfacht formuliert die oftmals im Überfluss vorhandenen Ressourcen – Meerwasser, Sonne und schlechte Böden – in Lebensmittel und sauberes Wasser. In einem speziellen Treibhaus wird auf einer Seite Meerwasser verdampft, um die Luft zu kühlen und ein gutes Wachstumsklima für den Obst- und Gemüseanbau zu schaffen. Auf der anderen Seite kondensiert der Wasserdampf und führt zu einem Nettoabfluss von Wasser. Dieses kann für die Bewässerung von Pflanzen außerhalb des Treibhauses genutzt werden.

Dadurch benötigt Charlie Paton keine Pestizide oder fossilen Treibstoffe, um die Temperatur in den Treibhäusern zu halten. So ist er in der Lage, Landstriche zu nutzen, die als unfruchtbar gelten und zu marktfähigen Preisen zu produzieren, Salz zu gewinnen, nachhaltige Jobs zu schaffen und die Versorgungssicherheit von Wüstenregionen erhöhen. Für seine Leistungen erhielt Charlie Paton bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen.

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