Wie können sich Menschen in Entwicklungsländern selbst einen Zugang zu sauberem Trinkwasser schaffen? Meist zahlen die Ärmsten die höchsten Preise für Wasser, weil sie es in Ermangelung von Alternativen von der „Wassermafia“ kaufen müssen. Eine NGO schafft seit neun Jahren Abhilfe.

Fast eine Milliarde Menschen verfügt nicht über sauberes Trinkwasser. Die Folge davon sind leicht vermeidbare Krankheiten und eine hohe Kindersterblichkeit. Wer nicht an ein öffentliches Wasserversorgungssystem angeschlossen ist oder einen eigenen Brunnen besitzt, zahlt normalerweise hohe Preise. Nahezu alle Wasserprogramme in Entwicklungsländern werden durch Spenden finanziert. Die benötigten Gelder übersteigen allerdings die vorhandenen Ressourcen bei weitem. 

Matt Damon und Gary White gründeten 1990 einen der Vorreiter der NGO water.org, um neue Lösungen für Herausforderungen rund um das Thema Wasser und sanitäre Einrichtungen in Entwicklungsländern zu erforschen. Daraus entstand 2004 in den Slums von Dhaka, Bangladesch und in Tamil Nadu, Indien das Projekt WaterCredit, nachdem water.org über eine Million Dollar von der Michael Dell Foundation erhalten hatte.

Durch einen Wasserkredit sind die Menschen nicht nur unabhängiger und sicherer, sondern sparen auch Geld.

Matt Damon, Co-Gründer von water.org

Watercredit vergibt Kleinstkredite an Personen und Gemeinden, damit diese sich Zugang zu Wasser, Infrastruktur und Sanitäranlagen verschaffen können. Ein zurückgezahlter Kredit, der im Schnitt bei 120 Dollar liegt, geht zurück in den Watercredit-Fonds und kann immer wieder verliehen werden. Dadurch werden auch Spendengelder nicht unnötig gebunden: Diese können dort eingesetzt werden, wo sie dringend nötig sind.

Die Organisation hat nicht vor, selbst weltweit als Mikrokreditbank aufzutreten. Stattdessen will sie bestehenden Mikrofinanzinstituten den Wassermarkt näher bringen und eventuell Bürgschaften übernehmen, damit Mikrofinanzinstitute risikofrei den Markt kennenlernen können. Bis jetzt konnte die NGO fünfzehn Mikrofinanzbanken als Partner gewinnen und mehr als 55.000 Kreditnehmern weiterhelfen.

*editor‘s pick