Wie lösen wir die Herausforderungen des Klimawandel? Eine Möglichkeit wäre, Wälder zur Kohlenstoffbindung zu pflanzen. Aber nur, wenn diese auch andere Aufgaben übernehmen. Ein Projekt in Spanien führt vor, was damit gemeint ist.

Wir pflanzen Wälder, um Brennstoff zu produzieren. Wir pflanzen Wälder, um Treibstoff zu erzeugen. Wir pflanzen Wälder, um CO2 zu kompensieren: Wenn wir einem Wald nur eine Funktion zuweisen, besteht die Gefahr, ihn auf wenige, optimierte Arten zu reduzieren. Diese Monokulturen sind durch ihre mangelnde Artenvielfalt instabil. Außerdem benötigen wir viel mehr Bodenfläche für diese einzelnen Zielsetzungen.

Javier Herrero wuchs auf Mallorca auf und wollte schon als Kind Bildung und Natur miteinander verknüpfen: Lernen in der Natur, statt in einem Klassenzimmer. Er begann das bestehende Konzept von Gärten und Wäldern zu überdenken. In der kleinen spanischen Stadt Orba gelang es ihm Anfang unseres Jahrzehntes in Kooperation mit der Universität Valencia seinen Kindheitstraum zu verwirklichen: den Essbaren Wald (Bosques Comestibles).

Schönheit, Gesundheit, Ernährung, Energie, Ressourcen. Und das bei minimaler Wartung. Das ist unser Essbarer Wald!

Javier Herrero, Initiator des Essbaren Waldes

Der „Essbare Wald“ ist Teil des Ökologieparks Urobia. Er ist ein Vorzeigebeispiel für die Mehrfachnutzung eines Waldes: Erträge durch Rohstoffe (Holz), Quelle für Nahrungsmittel (Beeren), Umgebung für Unterricht und bestmögliche Nutzung von dem in der Region raren Wasser. Nebenbei sorgt die Artenvielfalt für ein stabiles Ökosystem, das sich kostenlos selbst erhält.

Javier Herrero wählte für den Essbaren Wald 700 Arten aus: Bäume für Holz, Büsche, die verschiedene Früchte tragen, medizinische und aromatische Pflanzen und Kräuter. Schüler können vor Ort die Funktionsweise von Ökosystemen studieren und befinden sich obendrein in einer idealen Lernumgebung. Und ganz nebenbei wird auch Kohlendioxid gebunden.

*editor‘s pick