Ist es möglich, ein „eierlegendes Wollmilchhaus“ zu bauen – ein Haus, das alles kann? Es sollte nur aus natürlichen Materialien bestehen, mit erneuerbaren Energien betrieben werden, Lebensmittel bereitstellen, Abwässer klären und vieles mehr. Ein Holländer hat es tatsächlich entworfen.

Unsere Häuser haben alle eine sehr ähnliche Form und sind nicht an die jeweiligen Standortanforderungen angepasst. Sie bestehen vielfach aus nicht-erneuerbaren, zum Teil giftigen Stoffen. Selten nutzen sie erneuerbare Energien zur Strom- und Warmwassererzeugung, Abwässer müssen über eine Kanalisation abgeleitet werden und richtig wohlfühlen können wir uns darin auch nicht immer.

Bert van Helvoirt ist fasziniert von Paradigmenwechsel, von Veränderungen einer Denkweise oder Weltsicht. Nach seinem Maschinenbau-Studium in den Niederlanden und einer kurzen Beschäftigung bei Akzo-Nobel übernahm er das Büro für Architektur und Landschaftsbau seines Vaters, Van Helvoirt Groenprojecten. Seitdem geht er seiner Leidenschaft nach und entwirft Altes komplett neu. Wie bei Proyecto Roble.

Ein ausgereiftes Projekt sollte bisherige technische Grenzen überwinden, im Design hervorstechen und Ihr Herz höherschlagen lassen!

Bert van Helvoirt, CEO von Van Helvoirt Groenprojecten

Das Proyecto Roble ist ein Home Office in Form einer Scheune. Sonne und Schatten werden bestmöglich genutzt. Das Dach besteht aus Solarpanelen und aus Wiese. Urin aus den Sanitäranlagen wird gesammelt, am Grasdach gefiltert und als Dünger im Gemüsegarten verwendet. Auch das Interieur besteht hauptsächlich aus recyceltem Material. Ein Lehmofen in der Mitte des Gebäudes ist für die Heizung verantwortlich. Er wird mit Gartenabfällen beheizt. Jedes einzelne Detail hat Bert van Helvoirt durchdacht und somit das ultimative Haus geschaffen.

Van Helvoirts Vision wurde zwar erst 2012 zur Realität, hat jedoch bereits drei niederländische Architekturpreise gewonnen und ist als eines der sieben nachhaltigsten Gebäude in den Niederlanden gelistet. Wenn es in den nächsten zwei Jahren so gut weitergeht, meint der Architekt, kann er sich 2015 einen Traum verwirklichen: mit seinem Elektroauto nach Beijing zu fahren.

 *editor‘s pick