Wie versorgt man Menschen in Guatemala medizinisch, wenn man deren Sprache nicht versteht? Gar nicht, wahrscheinlich. Gerade im Gesundheitswesen ist der sprachliche Austausch ein absolutes Muss. Eine NGO füllt eine massive Lücke in der staatlichen Vorsorge.

Die Maya machen den Großteil der Bevölkerung Guatemalas aus. Sie sprechen eine von sieben Maya-Sprachen. Es gibt allerdings kaum Ärzte oder im Gesundheitswesen tätige Personen, die Dienstleistungen in diesen Sprachen anbieten. Viele Maya können sich keinen Doktor leisten, weil sie zu arm sind. Hinzu kommt noch, dass in Guatemala verschriebene Medikamente teurer sind als etwas in den USA.

Vier Personen, zwei Sprachwissenschaftler, eine Anthropologin und eine Ärztin lernten sich eines Tages durch Zufall auf einer Reise durch Guatemala kennen. Sie alle waren von den schwierigen Bedingungen der Maya sehr berührt. Nach einigen Überlegungen beschlossen sie, gemeinsam etwas zur Verbesserung der Lebensumständen des indigenen Volkes beizutragen und gründeten 2006 die NGO Wuqu’ Kawoq.

Gesunde Kinder erfordern gesunde Mütter. Gesunde Mütter brauchen medizinische Versorgung und gut ausgebildete Hebammen.

Anne Kraemer Diaz, Ko-Gründerin von Wuqu' Kawoq

Wuqu’ Kawoq bietet Mayas kostenlose medizinische Versorgung in ihren indigenen Sprachen an.  Neben allgemeinen frauenmedizinischen Themen ist die NGO auf ärztliche Hilfe bei Schwangerschaften und Geburten, sowie die Behandlung von Blutarmut und Diabetes spezialisiert. Wuqu’ Kawoq finanziert sich aus Spendengeldern und kann dadurch Hilfe für alle Maya bereitstellen, unabhängig von deren Einkommens- oder Besitzverhältnissen.

2009 nahm Wuqu’ Kawoq auch noch Trinkwasser-Aufbereitung in ihr Portfolio auf, da diese einen so starken Einfluss auf Gesundheit hat und lokale Wasserquellen in den Mayagebieten manchmal stark verschmutzt sind. Mit einfachen biologischen Sandfiltern, die aus lokal vorhandenen Ressourcen hergestellt werden können, können sich die Maya so selbst helfen.

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