Wie gestaltet man ein riesiges Musikfestival umweltfreundlich? Der große Energie- und Platzbedarf und die riesigen Müllberge stellen einige der größten Herausforderungen dar. In England wurden diese erfolgreich überwunden.

Viele Festivals haben den Stromverbrauch mancher Kleinstädte und betreiben zahllose, mit fossilen Treibstoffen angetriebene Generatoren, um Stromspitzen decken zu können. Es fallen enorme Mengen an Müll an. Besucher können selten öffentlich anreisen, der hohe Treibstoffbedarf für die An- und Abreise und der verbrauchte Platz für Parkplätze tragen ebenso zur Umweltverschmutzung bei und stellen neben dem Lärm eine weitere Belastung für die umliegende Bevölkerung dar.

Das ursprüngliche Konzept für ein umweltfreundliches Festival wurde 2005 von Daniel Hurring und Sun Bird entworfen. Das Sunrise Festival sollte eine einmalige, „grüne“ Veranstaltung werden. Doch Besucher und Künstler waren so angetan von dem Projekt, dass es 2009 schließlich wieder ins Leben gerufen wurde.

Wir wollen das tun, was wir predigen und zeigen, dass sich Musik, Spaß und Menschenmassen mit der Natur und den Bewohnern der Region vereinbaren lassen.

Daniel Hurring, Co-Gründer des Sunrise Festivals

Das Sunrise Festival ist das nachhaltigste Musik-Event in Großbritannien. Die Stromversorgung stammt von erneuerbaren Energiequellen, ihre Notdurft können die Teilnehmer auf Komposttoiletten verrichten. Beteiligte Lokale müssen zu mindestens 80 Prozent Fair-Trade Kaffee sowie lokal produzierte, biologische Lebensmittel anbieten. Als Transportmittel bietet das Organisationsteam neben Bussen auch Rikschas und Pferdekutschen an.

Auf der Veranstaltung treten die Künstler auf zehn verschiedenen Bühnen und Performancepunkten auf. Die Musikstile und -richtungen reichen von Alternative Culture, hin zu Dub, World Music, Ska, Electronica, Dubstep, Psytrance, Breaks, Reggae, Folk Music und auch Balkan Beats zählen dazu. Die Organisatoren hoffen, als Vorzeigebeispiel für andere Festivals zu dienen und somit die Branche zu revolutionieren.