Wie können Menschen in Entwicklungsländern leicht Zugang zu sauberem Wasser erhalten?   Die Aufbereitung ist aufwendig und teuer.  Jährlich sterben ungefähr zwei Millionen Menschen an den Folgen von verunreinigtem Wasser. Eine Schwedin hat eine simple Lösung entwickelt.

Über eine Milliarde Menschen auf dieser Welt haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das sind 14 Prozent der Weltbevölkerung. Aber nicht nur die Menschen, auch die Umwelt zahlt dafür einen hohen Preis. Die Not, verschmutztes Wasser abkochen zu müssen, hat Abholzung und hohe CO2-Emissionen zur Folge. 

Schon vor 16 Jahren fiel der schwedischen Künstlerin und Mikrobiologin Petra Wadström in Australien auf, dass Sonnenenergie zwar vorhanden ist, aber viel zu wenig genutzt wird. Wenig später erlebte sie in Indonesien die Folgen von schmutzigem Trinkwasser hautnah. Nach mehreren Jahren der Entwicklung von Prototypen gründete sie 2006 Solvatten – schwedisch für Sonnenwasser.

Es war eine große Herausforderung, Solvatten zu entwickeln und zu verteilen. Ich bin sehr stolz auf meine Mutter!

David Wadström, Solvatten Marketing, Sohn von Petra Wadström

Solvatten ist eine tragbare Wasseraufbereitungsanlage, die keine Ersatzteile und keine Energiequelle außer der Sonne benötigt. Zwei verbundene, flache Wasserkanister, die man wie einen Koffer aufklappen und in die Sonne legen kann, reinigen verschmutztes Wasser mithilfe von UV-Strahlen. Nach zwei bis sechs Stunden zeigt eine einfache Rot/Grün-Anzeige die Trinkbarkeit an. Dadurch erhalten Menschen schnell und einfach sauberes Trinkwasser.

20 Prozent der Produktionskosten von 35 Dollar zahlen die Menschen vor Ort, den Rest übernehmen die Hilfsorganisationen. Nach knapp einem Jahr rechnet sich eine Anlage für die Betroffenen finanziell: Ein Behälter ist bis zu einem Jahrzehnt funktionsfähig. Petra Wadström konnte mit dem Solvatten bis jetzt über 70.000 Menschen in 20 Ländern helfen. Dafür erhält sie im Juni 2013 den Energy Globe Award.

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