Ist es möglich, große Frachtschiffe mit sauberer Energie zu betreiben? Noch nicht ganz, aber die Technologien werden immer ausgereifter. Ein australisches Unternehmen ist Vorreiter auf diesem Gebiet.

90 Prozent des Welthandels werden über Seeweg abgewickelt. Rund 42.000 Handelsschiffe werden dafür eingesetzt und ein Großteil davon nutzt Verbrennungsmotoren als Antrieb. Das größte Containerschiff der Welt stößt gleichviel CO2 wie ein mittleres Kohlekraftwerk im Jahr aus. Das Schweröl, mit dem die meisten großen Schiffe fahren, fällt bei Raffinerien als Rückstand an und ist daher voll von Verunreinigungen.

Mehr als 10 Jahre arbeiteten Robert Dane und sein Team an der Entwicklung seiner Segel. 1996 ließ er die ersten Prototypen patentieren, stattete ein Boot damit aus und gewann ein Jahr später das „Advanced Technology Boat Race“ in Canberra. Nach weiteren Verbesserungen gründete der ehemalige Arzt 1999 seine Firma Solar Sailor.

Insekten entwickelten ursprünglich Flügel um Sonnenlicht einzufangen. Erst später haben sie sie zum Fliegen verwendet. Warum also nicht Flügel auf Booten entwickeln, um Strom zu erzeugen?!

Robert Dane, Gründer von Solar Sailor

Solar Sails sind zentral montierte Flügel, die sich über zwei Achsen hydraulisch drehen lassen und sowohl Wind- als auch Sonnenenergie nützen. Eine Software richtet die Stellung der Segel automatisch so aus, dass die Energieausbeute am größten ist. Damit kann Solar Sailor zwei erneuerbare Energiequellen zur selben Zeit nützen.

Alle Schiffstypen – von großen Fähren, Frachtschiffen, Freizeitbooten bis hin zu unbemannten Forschungsdrohnen – sie alle sind mit der Technologie ohne größeren Aufwand nachrüstbar. Je nach Bauart verbrauchen Schiffe mit den Solar Sails zwischen 5 und 100 Prozent weniger Treibstoff. Dafür wurde Robert Dane heuer mit dem „WWF-Future-Maker-Award“ ausgezeichnet.

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