Wie können MigrantInnen und Angehörige der Arbeiterklasse zu ihren Rechten kommen? Wer sprachliche Schwierigkeiten hat, ums Überleben kämpft oder diskriminiert wird,  hat Schwierigkeiten, an gerechten Gesetzen mitzuwirken. Eine New Yorker NGO leistet Großartiges.

In manchen Stadtteilen New Yorks leben über 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze (7000 Dollar Jahreseinkommen). Die Arbeitslosenquote ist dort doppelt so hoch wie im nationalen Schnitt, Frauen und MigrantInnen sind besonders betroffen. Viele können weder lesen noch schreiben, werden von Arbeitgebern ausgenutzt und finden sich im Behörden-Dschungel nicht zurecht, um ihre Rechte einzufordern.

Oona Chatterjee lernte von klein auf, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und Demokratie zu schätzen: Bevor ihre Eltern nach Amerika kamen, waren sie stark in die indische Befreiungsbewegung eingebunden und arbeiteten mit Ghandi und Nehru zusammen. Schon während ihres Jus-Studiums in New York setzte sich Oona Chatterjee stark für die Rechte benachteiligter Bevölkerungsschichten ein und legte zusammen mit einem Freund den Grundstein für die NGO Make the Road

Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg entsteht beim Gehen.

Motto von Make the Road, Zitat des spanischen Dichter Antonio Machado

Make the Road ist hauptsächlich in den Stadtteilen Brooklyn, Queens und Staten Island tätig. Dort werden regelmäßig Basisschulungen (mehr als 1000 Analphabeten lernen jedes Jahr schreiben und lesen) und rechtliche Vertretungen angeboten. Außerdem artikuliert die Organisation die Nöte von Minderheiten in der öffentlichen Debatte. Durch die Bündelung ihrer Anliegen sind so auch die Schwächsten in der Lage, das System zu ändern, das sie unterdrückt.

In den letzten Jahren gewann Make the Road zahlreiche wichtige Prozesse in den Bereichen Grundrechte, Einwanderungsgesetze und Mieterschutz für Einkommensschwache. Beispielsweise wurden Vermieter veranlasst, ihre Wohnungen und Häuser heizen und putzen zu lassen. Außerdem wurden zwei Schulen gebaut und über fünf Millionen Dollar zurückgehaltene Gehälter ausgezahlt.

*editor‘s pick