Kann Tourismus die örtliche Kultur und Umwelt stärken und schützen, anstatt sie zu zerstören? Meist hören wir vom Raubbau an der Natur, von Eingriffen in fremde Lebensstile und dem Schwächen lokaler Wirtschaftsstrukturen. Ein Inder hat den Spieß umgedreht.

In vielen Regionen dieser Welt geht es im Tourismus nur noch um Profitmaximierung und nicht mehr um das Kennenlernen fremder Kulturen, um Bildung und echte Entspannung für die Reisenden. Massen von Menschen werden durch alte Bauwerke durchgeschleust. Dann geht es zu fast peinlichen Aufführungen von verkleideten Menschen, die „ihre Kultur“ präsentieren. Und am Schluss lauert der unvermeidliche Souvenirshop, durch den alle durchmüssen. 

Als Gopinath Parayil 2004 die letzten Riten beim Begräbnis seines Vaters am Fluss Nila abhielt, der fast schon ausgetrocknet war, wurde ihm bewußt, wie wichtig der Fluss für sein ganzes Leben war: als Lebensader, die ihre Umwelt mit Wasser versorgt, als Transportweg, als Platz für Entspannung oder als Ort spiritueller Handlungen. Das bewegte ihn zur Gründung von Blue Yonder

Wenn TouristInnen Dörfer besuchen, weil sie sich wirklich für den Lebensstil interessieren, erfüllt es die BewohnerInnen mit Stolz und verhindert sinnentleerte Touristen-Shows und einen Verfall der Kultur.

Gopinath Parayil, Gründer von Blue Yonder

Blue Yonder ist Vorreiter nachhaltiger Reisen in Indien und verbindet auf behutsame Weise die drei Elemente Menschen, Kultur und unberührte Natur. Bevor Reisende Sehenswürdigkeiten, Einheimische oder Naturschauspiele besuchen, bekommen sie Hintergrundinformationen und Tipps zu kulturellen Eigenheiten und respektvollem Verhalten. Dadurch ist der Austausch mit den Menschen vor Ort viel intensiver, persönlicher und tiefgehender. 

Blue Yonder feierte in den letzten Jahren so große Erfolge, dass vor zwei Jahren ihr Angebot um Südafrika und letztes Jahr um Sri Lanka, Bangladesh, Nepal und Bhutan erweitert wurde. Im Reisemagazin von British Airways wurden sie unter den Top 10 der grünen Reiseanbieter angeführt. Die Kombination von komfortabler Unterbringung und kulturellem Tiefgang findet offenbar immer mehr Anhänger. 

*editor’s pick