Wie gibt man ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen eine Perspektive für ihr Leben? Indem man sie in konkrete Projekte einbindet, die sichtbare Ergebnisse schaffen. In Wien gibt es ein tolles Beispiel dafür.

Fähigkeiten und Talente von Menschen sind wie die Rohstoffe der Erde meist tief vergraben. Sie müssen erst entdeckt und gehoben werden. Wenn Jugendliche unter schwierigen Bedingungen aufwachsen, wenn sie bestimmte Dinge nicht lernen und sich nicht als wertvoll erleben, bedeutet das nicht, dass sie weniger Potential haben als andere. Es bedeutet nur, dass ihre Begabungen tiefer vergraben sind. 

Greenlab – growing on stage“ startete 2010 am Grünzug Mühlgrund, einem naturnahen Erlebnisspielplatz, in Wien-Stadlau. Nachdem das Projekt ein voller Erfolg war, folgte die Fortsetzung von Greenlab in aspern Seestadt. Möglich wird es durch eine Kooperation der Magistratsabteilung 18, der Wien 3420 AG, zwoPK Landschaftsarchitektur und spacelab, einer Initiative, die Jugendlichen den Berufseinstieg erleichtert.

Die Stadt der Zukunft kann man nur bauen, wenn man auch sozial Benachteiligte mitdenkt und diese proaktiv einbindet.

Helge Schier, Projektleiter von greenlab

Es handelt sich beim Greenlab um ein Integrationsprojekt, das Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren in den Aufbau der aspern Seestadt miteinbezieht: Die jungen Menschen gestalten dort Aufenthaltsräume, die in erster Linie für ihre Altersgruppe konzipiert sind. Dadurch erhalten ausgrenzungsgefährdete Jugendliche schon früh wertvolle Arbeitserfahrungen, lernen den Umgang miteinander, arbeiten in einem Team und wirken noch dazu beim Aufbau eines richtungsweisenden Vorhabens mit. 

Und die Zukunft? Gesucht wird zurzeit ein Kleintransporter oder Pritschenwagen für Material- und Personentransport. Der größte Erfolg  war bisher die Einweihungsfeier des Seestadtpiers – das Wahrzeichen der aspern Seestadt – letztes Jahr im Herbst: Der 350 Meter lange Holzsteg liegt auf der nordöstlichen Seite des Sees. An seinem höchsten Punkt befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick auf die Seestadt und die Wiener Skyline erlaubt.