Wie reduzieren wir unsere gigantischen Müllberge am effektivsten? Eine Möglichkeit besteht darin, Gegenstände des Alltags zu reparieren, anstatt sie beim ersten Problem zu entsorgen. Eine holländische Initiative macht es möglich.

Wir Menschen produzieren ungeheure Massen an Abfall. Sogar Dinge, die nur einen kleinen Kratzer haben oder noch leicht zu reparieren wären, landen oft im Müll. Viele Menschen haben vergessen, wie man Kleidung, elektrische Geräte, Spielzeug oder Möbel wieder herrichten kann. Bei zahlreichen Gerätschaften ist außerdem die „geplante Obszolenz“ ein Problem, doch selbst diese kann teilweise umgangen werden.

Eines Tages hatte es Martine Postma  einfach satt, permanent praktisch neue Dinge wegzuwerfen, Müll zu produzieren, um gleich darauf Neues zu kaufen. Sie entwickelte in Amsterdam das Konzept des Repair Cafés und organisierte 2009 ein erstes Reparatur-Treffen. Es war ein so großer Erfolg, dass sie im darauf folgenden Jahr zehn weitere veranstaltete. Gleichzeitig gründete sie ebenfalls die “Repair Café Foundation“.

Wegschmeissen? Auf keinen Fall!

Martine Postma, Erfinderin der Repair Café-Idee

Repair Cafés sind kostenlose Treffen, bei denen Menschen zusammenkommen, um kaputte Dinge gemeinsam mit anderen zu reparieren. Üblicherweise finden die Cafés an Orten statt, an denen Werkzeuge und Material zum Instandsetzen von den mitgebrachten Gegenständen bereits vorhanden sind. Auch werden gewöhnlich Elektriker, Tischler, Schneider oder Fahrradspezialisten eingeladen, damit auch aufwändigere Instandsetzungen ohne Probleme durchgeführt werden können.

Die Treffen erfolgen in der Regel ein- oder zweimal im Monat. Interessierte, die in ihrer eigenen Umgebung ein Repair Café organisieren wollen, können für 25 Euro eine Anleitung erwerben, in der sie wichtige Tipps und Hinweise für den Start erhalten. Ebenso erhält man Flyer und Logo der Repair Café Foundation. Und wer nichts zum Reparieren hat, macht sich einfach nützlich und hilft anderen, ihre defekten Gegenstände zu reparieren.

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