Kann man lernen, ein Unternehmen zu führen, indem man Singen und Boxen übt? Irgendwie schon, denn seit vielen Jahren zeigt eine alternative Business School, wie die Ausbildung von Führungspersönlichkeiten der Zukunft aussehen kann.

Drei Jahre lang werden die TeilnehmerInnen intensiv gefordert. Körperlich, seelisch und intellektuell. Gelernte Inhalte werden sofort getestet und umgesetzt. Die StudentInnen müssen sich auch in einem internationalen Umfeld bewähren. Trotzdem sind sie ein lustiger, manchmal chaotischer Haufen. Und: es gibt keine Noten. Schließlich lernt man oft beim Scheitern mehr als bei Erfolgen.

Uffe Elbæk ist ein ambivalenter Mensch. Anfang der 90er Jahre gründete er die „Kaospiloten“. In dieser Schule lernen Studierende, positiven, gesellschaftlichen Wandel durch persönlichen Wandel und Unternehmertum voranzubringen. 2011 wurde Uffe Elbæk dänischer Kulturminister. Letztes Jahr musste er sein Amt allerdings wieder aufgeben, weil sich Vorwürfe über „Freunderlwirtschaft“ nicht ausräumen ließen.

Studenten lernen in chaotischen Systemen zu navigieren und Veränderung als Chance zu sehen.

Uffe Elbæk, Gründer von kaospilot.dk

In der Ausbildung lernen die Kaospiloten, wie sie auf Basis ihrer Kernwerte ein tragfähiges Unternehmen aufbauen, wie sie nachhaltige Projekte durchführen und wie sie Veränderungsprozesse mit KundInnen zusammen leiten können. Das macht die Piloten unter anderem für Unternehmen wie Apple, Bodyshop und Co sehr attraktiv. Etwa ein Drittel der TeilnehmerInnen macht sich nach Abschluss selbständig, ein Drittel arbeitet in der Privatwirtschaft und ein Drittel in NGO´s.

Seit vielen Jahren gibt es die Kaospiloten neben Dänemark auch in Schweden und den Niederlanden. Letztes Jahr gesellte sich auch die Schweiz dazu. Die Ausbildung entspricht einem Bachelor und ist in Skandinavien anerkannt. Lehrgänge in anderen Ländern sind angedacht. Für den heurigen Jahrgang in Dänemark endet die Bewerbungsfrist Anfang März.

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