Wie verbessert man die Ausbildung von Kindern in Entwicklungsländern? Möglichkeiten, die auf der Hand liegen, sind der Kauf von Schulbüchern, das Bereitstellen anderer Unterrichtsmaterialien oder die Ausbildung von Lehrern. Eine Organisation geht einen ganz anderen, aber äußerst effektiven Weg.

600 Millionen Schulkinder auf dieser Welt sind der Gefahr, von Würmern infiziert zu werden, ausgesetzt. Diese Parasiten schwächen die Gesundheit, verringern die Fähigkeit der jungen Menschen, dem Schulunterricht beizuwohnen und reduzieren ihre Einkommen im späteren Erwachsenenalter.In der Entwicklungshilfe ist man sich seit den 1980er Jahren dieser Bedrohung bewusst, gezielt dagegen vorgegangen wird erst seit einigen Jahren.

Michael Kremer, Wirtschaftsprofessor in Harvard, gründete schon mehrere internationale Entwicklungsorganisationen. Esther Duflo ist eine französische Ökonomin, die viel zum Verständnis von kausalen Zusammenhängen in der Wirtschaft durch praktische Experimente beigetragen hat. Kristin Forbes unterrichtet an der MIT Sloan School of Management. Gemeinsam gründeten sie 2007 Deworm the World, um einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten.

Mit ein oder zwei Tabletten pro Jahr hält man ein Kind wurmfrei. Das ist also ein minimaler Aufwand mit einer enormen Wirkung!

Kristin Forbes, Co-Gründerin von Deworm the World

Deworm the World verbessert die Gesundheit und in weiterer Folge die Ausbildungschancen von Schulkindern in Ländern des globalen Südens, indem sie über Kooperationen mit Regierungen und anderen NGOs Entwurmungsprogramme umsetzt. Mit 50 Cent pro Kind und Jahr schafft Deworm the World einen einfachen, aber sicheren und kostengünstigen Weg, um die Gesundheit und den Bildungsgrad der Schüler zu stärken.

37 Millionen Kinder in 27 Ländern hat Deworm the World durch schulische Entwurmungsinitiativen bis jetzt erreicht. Dafür zeichnete die Clinton Global Initiative die NGO 2008 aus. Und weil Parasitenbekämpfung  die höchste Wirkung beim Thema Bildung aufweist, wurde die Organisation letztes Jahr beim Wirtschaftsforum in Davos deshalb als Vorzeigebeispiel für effektive Armutsbekämpfung hervorgehoben.

*editor‘s pick