Kann eine umweltverträgliche Verpackungsindustrie existieren? Immer mehr Menschen realisieren die Problematik hinter den weltweit verwendeten Verpackungsmaterialien: nach kurzer Verwendung werden sie einfach entsorgt. Die Plastikberge mehren sich drastisch und Tier- und Umwelt leiden dramatisch. Ein Unternehmen hat eine nachhaltige Lösung entwickelt.

Gängige Verpackungsmaterialien, sogenannte expandierte Polystyrole, Polypropylene oder Polypropylene, werden aus Erdöl hergestellt. Das bedeutet, sie bestehen aus einem endlichen Rohstoff, der unter anderem CO2-Emissionen bei der Herstellung verursacht und nach Verwendung entweder auf Müllhalden, in Verbrennungsanlagen oder im Meer landet.

Eben Bayer und Gavin McIntyre, zwei Absolventen des Rensselaer Polytechnic Institute (RPI), der ältesten amerikanischen Technischen Universität, waren stets fasziniert von Pilzen. Sie beobachteten bei Laborexperimenten, wie diese Holzschnitzel mit Myzel überspannten und enorm fest zusammenhielten. Dies war die Inspiration für die Gründung von Ecovative.

Das ist nicht irgendein verrücktes Projekt von zwei verschrobenen Typen. Das ist eine gangbare, weltverändernde Technologie!

Eben Bayer, Co-Gründer von Ecovative

Ecovative produziert styroporähnliche Verpackungsmaterialien aus ökologischen Rohstoffen, die mit Hilfe von Pilzen zu unterschiedlichen Formen „verklebt“ werden. Diese natürlichen Materialien benötigen weniger Energie bei der Herstellung als erdölbasierte Kunststoffe, können aus erneuerbaren, regionalen Ausgangsmaterialien hergestellt und nach der Verwendung einfach zu Hause am Kompost entsorgt werden.

Seit dem Start 2007 hat Ecovative mit zahlreichen unterschiedlichen Mischungen von Ausgangsstoffen experimentiert. Landwirtschaftliche Nebenprodukte aus diversen Regionen wurden mit verschiedenen Pilzarten verbunden. Inzwischen kann die Firma nahezu jede Form und jede Dichte ihres Produkts herstellen. Mit dieser umweltverträglichen Alternative zu Styropor können Müllberge und verdreckte Ozeane bald der Vergangenheit angehören.

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