Wie können wir die Architekten von Morgen auf die komplexen Anforderungen unserer Zeit vorbereiten? Da braucht es mehr als graue Theorie. Unmittelbare Praxiserfahrung. So passiert es auf einem Campus der Zukunft, auf dem alles anders ist.

StudentInnen haben meist wenig Freiheit für eigene Überlegungen. Sie haben kaum Freiräume, um zu experimentieren. Gerade für brennende Zukunftsthemen wäre das aber wichtig. In der Architektur und Landschaftsplanung sind die Themen ökologische Baustoffe, Energieversorgung und -effizienz, autarke Gebäudeeinheiten und Selbstversorgung besonders wichtig.

Urkundlich erwähnt wurde Can Valldaura das erste Mal um 1150. Viele Jahrhunderte lang war es das erste Zisterzienser-Kloster Kataloniens. Das IAAC (Institute for Advanced architecture of Catalonia) erwarb das Gelände vor zirka zwei Jahren, um ein Green Fab Lab einzurichten. In diesem ländlichen Campus und Versuchslabor entwerfen, bauen und leben seit einigen Monaten die ersten StudentInnen.

Auf diesem selbstversorgenden Campus generieren StudentInnen Wissen nicht durch Auswendig-Lernen, sondern durch Ausprobieren.

Vicente Guallart, Direktor des IAAC

Anfangs mussten die StudentInnen im Green Fab Lab die Ruine des ehemaligen Klosters neu gestalten. Nun bauen sie Windräder, Solar- und Biogasanlagen und testen neue Baustoffe und Materialien. Nebenbei legen sie Obst- und Gemüsegärten an, pflanzen kleine Wälder und betreiben ein bisschen Viehzucht, damit die Anlage in jeder Hinsicht autark ist.

Am vierten Dezember letzten Jahres wurde der Campus eröffnet. Seitdem leben die StudentInnen des ersten Jahrganges auf der Anlage. Durch die umfassende Ausbildung gewinnen sie nicht nur wertvolle Erfahrungen in der Praxis, sondern entwickeln wesentlich mehr Empathie gegenüber zukünftigen KundInnen, als in einem Hörsaal.

*editor’s pick