Wie kann man Wasser gewinnen, wo keines ist? Viele ländliche Regionen in Entwicklungsländern verfügen über keinen Zugang zu Brunnen oder Flüssen, geschweige denn Wasserleitungen. Eine kanadische NGO hat eine unkonventionelle Lösung entwickelt.

Die steigenden Durchschnittstemperaturen ändern mancherorts das Klima und führen zu mehr Dürren und anderen Extremerscheinungen. Durch Übernutzung versiegen immer mehr Brunnen, durch falsche Bodennutzung werden Quellen vergiftet und unbrauchbar. Die UNESCO prognostiziert steigende Konfliktzahlen aufgrund des zunehmenden Wassermangels.

Der Kanadier Robert Schemenauer hat Physik studiert und sich viel mit atmosphärischen Phänomenen beschäftigt. Mit einer Gruppe von Wissenschaftlern und Waldspezialisten entwickelte er 2001 Nebelkollektoren zur Wassergewinnung und gründete FogQuest. Die NGO läuft auf rein ehrenamtlicher Basis und kann daher nahezu 90 Prozent des verfügbaren Budgets für die konkrete Projektumsetzung verwenden.

Durch die Nebelkollektoren erhalten wir Farmen und kleine Siedlungen und stellen die lokale Produktion von Lebensmitteln sicher.

Robert Schemenauer, Co-Gründer von FogQuest

FogQuest plant und implementiert atmosphärische Wassergewinnungsprojekte für rurale Gebiete in Entwicklungsländern. Große, aufgespannte Netze fangen die feinen Wassertropfen des Nebels auf, durch die Gravitation rinnt das Wasser in Behälter ab. Diese simple Methode kostet wenig und benötigt fast keine Wartung. Dadurch stellt FogQuest Wasser in Gegenden zur Verfügung, wo es sonst keine konventionellen Quellen gibt.

Zurzeit ist FogQuest in acht verschiedenen Ländern tätig und finanziert sich über drei Quellen: Mitgliedsbeiträge, Spenden von Privatleuten sowie Zuwendungen von Stiftungen. Mit einem 40-Quadratmeter-Netz lassen sich – sofern die Wetterbedingungen stimmen – um die 200 Liter Wasser am Tag sammeln. In Gegenden ohne Industrie in der unmittelbaren Nähe ist das Wasser sofort trinkbar.

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