Sind Wohltätigkeitsaktivitäten von großen Unternehmen nur Whitewashing? Oft ist es schwer zu unterscheiden, ob sie nur dem schönen Bild nach außen dienen oder ob echte Überzeugung dahinter steckt. Eine NGO zeigt, welches Potential sich hier entfalten kann.

Wir können nahezu überall auf der Welt eine Flasche Cola kaufen – sogar an den abgelegensten Orten. Gleichzeitig stirbt in Entwicklungsländern jedoch eines von neun Kindern vor seinem fünften Geburtstag an den Folgen leicht behandelbarer Krankheiten, wie zum Beispiel Diarrhoe, weil keine Medikamente vor Ort vorhanden sind. Nachdem sich diese Zahlen in den letzten drei Jahrzehnten nicht geändert haben, liegt der Schluss nahe, dass die gegenwärtigen Ansätze nicht funktionieren.

Simon Berry arbeitete für eine britische Hilfsorganisation in Sambia als er 1988 auf das breit gestreute Distributionsnetz von Coca Cola aufmerksam wurde. Er hatte die Idee, dieses Potential für die Verteilung von Medikamenten zu nutzen. Nach vielen Anläufen fand er schließlich Gehör bei dem großen Unternehmen und startete 2008 mit einigen Mitstreitern die NGO ColaLife.

Wir bilden ungewöhnliche Allianzen, um die Leben von Tausenden Kindern zu retten.

Simon Berry, Gründer von ColaLife

ColaLife arbeitet mit Großkonzernen zusammen, um gesellschaftlichen Wandel und medizinische Versorgung voranzutreiben. So hat die NGO zum Beispiel den „Aidpod“ entwickelt, ein keilförmig  verpacktes Diarrhoe-Behandlungs-Set, das exakt zwischen die Flaschen einer Coca Cola-Kiste passt und dadurch ohne großen Aufwand oder Kosten mit dem Getränk mittransportiert werden kann.

Das Behandlungs-Set enthält lebensrettende Medikamente und Trinklösungen, die die Elektrolytzufuhr beim Durchfall sicherstellen. Die Verpackung des Sets dient dabei als Messgefäß für die sogenannte orale Rehydrationslösung. ColaLife kooperiert mittlerweile neben Coca Cola auch mit anderen Unternehmen und Organisationen, wie etwa UNICEF, und verfügt damit über mehr als 10.000 Online-Unterstützer.

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