Wie können wir uns nachhaltige Kleidung leisten? Wenn soziale und ökologische Kriterien bei der Kleidung mitberücksichtigt werden, ist diese meist empfindlich teurer und für viele Menschen nicht mehr leistbar. Ein niederländisches Unternehmen schlägt mit einem unkonventionellen Geschäftsmodell neue Wege ein.

Die meisten Textilien, die wir tragen, werden in Südostasien und China erzeugt. Immer noch sind die Bedingungen, unter denen die Arbeiter produzieren müssen, mehr als prekär. Aus ökologischer Sicht ist Baumwolle ein großer Umweltverschmutzer, denn viel Wasser, massiver Einsatz von Pestiziden auf den Baumwoll-Monokulturen, giftige Färbemittel und weite Transportstrecken prägen die Herstellung.

Bert van Son ist seit dreißig Jahren Unternehmer in der Modebranche. Als er bemerkte, welche gravierenden Auswirkungen der Baumwollanbau auf die Umwelt hat und unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen viele Textilien erzeugt werden, war er geschockt. Er fasste den Entschluss, etwas zu verändern und gründete die Firma Mud Jeans mit seinem Konzept Lease a Jeans.

Auch Biobaumwolle benötigt extrem viel Wasser. Wenn wir den Verbrauch also reduzieren können, ist das phantastisch!

Bert van Son, Gründer von Lease a Jeans

Durch Lease a Jeans können die Fairtrade-Hosen nicht nur gekauft, sondern auch gemietet werden. Nach einer Anzahlung von zwanzig Euro kann eine Jeans für fünf Euro monatlich ein Jahr lang benutzt werden. Sie sind aus 100 %  biologischer Baumwolle und unter fairen Arbeitsbedingungen gefertigt. Nach der Rückgabe werden sie zu 40 % wiederverwertet. So spart Mud Jeans nicht nur Material, sondern auch viel Wasser bei der Produktion und macht so nachhaltige Mode für viele Menschen leistbar. 

Wer eine Mud Jeans mietet, hat Anspruch auf einen kostenlosen Reparaturdienst. Nach Ablauf des ‚Mietvertrags‘ hat man mehrere Möglichkeiten: Man kann die Hose zurückschicken, gegen einen geringen Aufpreis ein neues Modell mieten oder man behält seine ‚eingetragene‘ Jeans. Seit dem Start im Jänner haben sich bereits einige hundert Hosenmieter gefunden. Bert van Sons Konzept ist zwar in der Modebranche etwas ungewöhnlich, findet aber überall großen Anklang.

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