Wie erhellt man die philippinischen Slums? Stromkosten sind für die meisten Bewohner nicht tragbar, viele Häuser sind nicht mal an das Stromnetz angeschlossen. Eine einfache Plastikflasche scheint das Blatt jedoch wenden zu können.

In der philippinischen Hauptstadt Manila gibt es mehrere Slumviertel, die insgesamt zwei Millionen Menschen beherbergen. In den dicht aneinander gebauten Wellblechhütten ist es auch tagsüber stockfinster. Wer keinen Zugang zu Elektrizität hat, dem bleiben auch viele andere Lebensbereiche verwehrt. Vor allem die Lichtlosigkeit kann für Ausbildung, Einkommen und gesundheitlichen Zustand fatale Folgen haben und so über Generationen hinweg zu einem Leben in Armut führen.

Doch im April 2011 wurde der erste Stein für eine ganze Bewegung gelegt, die auf den Philippinen begann: Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hatten eine simple Idee mit großer Wirkung  Liter of Light war geboren. Schließlich wurde das Projekt von der Myshelter Foundation nach Peru, Kolumbien, Indien, Indonesien und sogar in die Schweiz weitergetragen.

Die ‚Solarflasche’ erleuchtet die Schicksale tausender Menschen.

CNN über Liter of Light

Bei Liter of Light handelt es sich um eine kostengünstige und umweltfreundliche Methode, um ganze Viertel einfach mit Licht zu füllen. Eine alte Plastikflasche wird mit Wasser gefüllt und durch ein Loch im Wellblech an der Zimmerdecke angebracht. Das Sonnenlicht wird so gebrochen und erhellt das Zimmer mit der Leuchtkraft einer 55-Watt-Lampe. Etwas Chlor hält das Wasser langfristig sauber.

Eine Liter of Light Flasche leuchtet bis zu fünf Jahre lang und hebt Lebensstandard ihrer Benutzer bedeutend. Seit der ‚Montage‘ der ersten Flasche wurden alleine in Manila 28.000 Liter of Lights montiert, die den Alltag von 70.000 Menschen erleuchten. Ziel der Initiative ist es, bis 2015 weltweit eine Million Lichter zu installieren – dafür benötigt sie noch einige motivierte Freiwillige.

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