Wie können wir damit leben, wenn vor unseren Augen geliebte Menschen umgebracht werden? Wir können unser Leben danach dem Hass und der Rache widmen oder dem Verzeihen und Vergeben. Was viel einfacher gesagt als getan ist, hat eine Frau aus Burundi geschafft.

Erst seit einigen Jahren beginnt Burundi zu heilen. Mehr als 12 Jahre Bürgerkrieg zwischen den verfeindeten Tutsis und Hutus haben 300.000 Tote  und zeitweise über 1,3 Millionen Vertriebene hinterlassen. Besonders betroffen sind bei solchen Konflikten natürlich die Schwächsten: Frauen und Kinder. Kinderarbeit, Kindersoldaten, Zwangsprostitution und Missbrauch zählen zu den häufigsten Verbrechen im Land. 

Am 24. Oktober 1993, während sich Marguerite Barankitse bei ihrer Arbeit beim katholischen Bischof in Ruyigi aufhielt, stürmten mit Macheten bewaffnete Tutsis in die Residenz und töteten vor ihren Augen 72 Hutus. Trotz des Chaos und der Verzweiflung schaffte es Marguerite Barankitse, 25 Kinder in Sicherheit zu bringen. Das war der Beginn von Maison Shalom, dem Haus des Friedens.

Meine Antwort auf die Barbarei war, eine Kerze in der Dunkelheit anzuzünden.

Marguerite Barankitse, Gründerin von Maison Shalom

Maison Shalom startete als Waisenhaus. Für Kriegswaisen, Straßenkinder, Kinder mit HIV und Babies aus Gefängnissen, deren Mütter sich nicht um sie kümmern dürfen. Das Besondere an Maison Shalom ist, dass es die Kinder nicht nur versorgt und seelisch betreut, sondern auch darauf abzielt, möglichst bald eine zweite Familie für die Kinder zu finden und die jungen Menschen auch in ihrer neuen Umgebung noch weiter unterstützt. 

Inzwischen ist Maison Shalom von einem auf 500 Häuser des Friedens angewachsen und eine Hilfsorganisation geworden: Die Kinder bekommen eine  berufliche Ausbildung sowie kulturelle Bildung . So hat die NGO bereits mehr als 30.000 jungen Menschen geholfen. 2008 hat Marguerite Barankitse ein weiteres Ziel erreicht und konnte das erste Spital eröffnen.

*editor‘s pick