Wie kann Kindersterblichkeit weltweit gesenkt werden? Jedes Jahr sterben 3,5 Millionen Kinder in Entwicklungsländern an akuten Atemwegserkrankungen und Diarrhöe. Eine Organisation hat eine denkbar simple Lösung entwickelt.

1,2 Millionen der 3,5 Millionen Kinder könnten alleine dadurch gerettet werden, wenn sie ihre Hände regelmäßig mit Seife waschen. Diese einfache Tätigkeit wird aber selten praktiziert, vor allem wenn der Aufwand dafür zu groß erscheint. Auch bei Erwachsenen könnte Händewaschen die Sterberate von Diarrhöe um 30 Prozent senken.

In den 1980er Jahren erfand der Arzt Jim Watt, der für die Heilsarmee in Afrika arbeitete, den ersten Tippy Tap, was übersetzt etwa „gekippter Wasserhahn“ bedeutet. Er baute ihn in Simbabwe aus einigen Ästen und einem Flaschenkürbis. Seit damals wurden viele verschiedene Tippy Taps errichtet – immer mit lokal vorhandenen Materialien und nach den ästhetischen Vorlieben einer Region.

Händewaschen mit Seife ist extrem wichtig. Aber dieses Verhalten in die Köpfe der Menschen zu bringen, erfordert eine kreative, maßgeschneiderte Vermittlung.

Jim Watt, Erfinder des Tippy Tap

Der Tippy Tap ist eine simple Vorrichtung aus einigen Ästen, einem Wasserkanister und einer Seife, mit der Menschen ihre Hände waschen können. Über einen Fußhebel wird ein aufgehängter Wasserkanister zum Hände spülen gekippt. Eine Seife mit einem Loch in der Mitte wird daneben an einer Schnur befestigt. Im Vergleich zum Händewaschen mit einem Wasserkrug benötigt der Tippy Tap nur ein Zehntel der Wassermenge. Der Fußhebel verhindert die Übertragung von Bakterien und ist leicht zu konstruieren.

Die Vorrichtungen werden von der UNICEF und der NGO WaterAid empfohlen und bis dato in Uganda, Indien, Mozambique, Tansania und Sambia eingesetzt. Mit ihrem Video „It´s in your Hands“ gewann Tippy Tap 2011 den Youtube DoGooder Video Award unter mehr als 1300 eingereichten Videos. Zurecht:  Denn Tippy Taps haben trotz minimalem Aufwand und geringen Kosten eine enorme Wirkung.

*editor‘s pick