Können wir wieder mehr Lebensmittel selber anbauen?  In den Städten ist wenig Platz dafür, ohne entsprechendes Vorwissen scheint es fast nicht machbar zu sein. Zwei ehemalige Wirtschaftsstudenten haben jedoch ein narrensicheres Konzept entwickelt.

Bei vielen Lebensmitteln wissen wir nicht, wo sie herkommen und wie sie produziert werden. Selbst anbauen kommt für die meisten Menschen auch nicht in Frage – wer hat schon einen kleinen Garten vor der Tür oder einen eigenen Balkon in der Wohnung? Und vor allem: Wer will sich die ganze Arbeit antun und weiß, was Pflanzen alles brauchen?

 Alejandro Velez und Nikhil Arora waren 2009 im letzten Semester ihres Studiums an der University of California, Berkeley. Sie waren drauf und dran, in die Investmentbranche einzusteigen. Aber wie es der Zufall so will, kam ihnen während einer Vorlesung eine Idee. Nach ersten Erfolgen in der eigenen Küche gründeten sie das Unternehmen Back to the Roots.

Wir wollen Lebensmittel wieder persönlicher machen. Unter den richtigen Voraussetzungen kann jeder einen Teil seiner Nahrung selbst anbauen.

Alejandro Velez und Nikhil Arora, Gründer von Back to the Roots.

Bei Back to the Roots können online kleine Kartonboxen gekauft werden, die mit Pilzsporen und Kaffeesatz gefüllt sind. Aus der unscheinbaren Box wachsen ohne viel Aufwand hochwertige Austernpilze. Ist sie erst geöffnet, lassen sich der erste Fungus bereits nach zehn Tagen pflücken. Pro Box gibt es bis zu vier Ernten. Damit kann jeder ohne viel Aufwand seine eigenen Pilze zu Hause züchten und somit seinen Speiseplan sehr einfach erweitern.

Alejandro Velez und Nikhil Arora haben inzwischen über 30 MitarbeiterInnen und verschicken wöchentlich 20.000 kg Kaffeesatz. Sogar die amerikanische Bio-Supermarkt-Kette „Whole Foods“ und das Bauhaus „Home Depot“ vertreiben die kleinen Sporen-Boxen. Das neueste Mitglied der Back to the Roots Familie ist gleich ein ganzes Ökosystem: ein selbstreinigendes Aquariums, auf dem Kräuter wachsen.

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