Wie fördert man die Entwicklung von echter Empathie für blinde Menschen? Nicht mit traurigen Geschichten. Eine Ausstellung schlug einen neuen Weg ein und gibt besondere “Einblicke” in ein blindes Leben und öffnet gleichzeitig die Augen.

Es gibt keine behinderten Menschen. Sie werden behindert. Gut gemeintes Mitleid steht dem Aufbau von echter Empathie oft im Wege. Dabei ist es gerade dieses Verständnis, das sich Menschen mit Beeinträchtigungen wünschen. Verständnis aus dem Respekt erwachsen kann. Doch von außen ist es immer schwer sich in die Lage anderer zu versetzen. Da braucht es besondere Ansätze.

Andreas Heinecke hat schon vor 25 Jahren begonnen, Sehenden die Welt der Blinden näher zu bringen. 1988 gründete er den „Dialog im Dunkeln“. Eine einzigartige Mischung aus Ausstellung, Sozialprojekt und Abenteuer. 2009 gründete schließlich Helmut Schachinger, selbst blind, den „Dialog im Dunkeln“ mit drei PartnerInnen in Wien.

Mit Dialog im Dunkeln soll nicht Mitleid, sondern Respekt und Aufgeschlossenheit für die Lebenswelt blinder und sehbehinderter Menschen entstehen.

Helmut Schachinger, Geschäftsführer der Ausstellung Dialog im Dunkeln

Bei „Dialog im Dunkeln“ wechseln die Akteure die Rollen und lassen sich auf ein gemeinsames Abenteuer ein. Die Blinden werden zu Helfern, welche die Sehenden bei der Bewältigung von Alltagssituationen in absoluter Dunkelheit begleiten. Diese Erfahrung hinterlässt tiefe Eindrücke und gleichzeitig wächst der Respekt vor den Leistungen blinder Menschen, die tagtäglich das Unvorstellbare meistern. Echte Empathie. 

Und die Zukunft? Zurzeit gibt es achtzehn „Dialog im Dunkeln“ Ausstellungen in fünfzehn Ländern. Damit das so bleibt, wünschen sich die Veranstalter in Wien und in allen anderen Städten noch mehr BesucherInnen, die sich auf Entdeckungsreise in eine andere Welt begeben wollen.