Können Menschen, die nicht an einem Stromnetz hängen, am modernen Leben teilhaben? Unsere Abhängigkeit von elektrischem Strom steigt weiter und macht auch vor Entwicklungsländern ohne Stromnetz nicht halt. Da braucht es Kreativität.

Ein Fünftel der Weltbevölkerung hängt nicht an einem Stromnetz. Ein Großteil dieses Fünftels kann sich auch keine Photovoltaikpaneele leisten. Sie müssen auf Dieselaggregate zurückgreifen. Oder Kerosinlampen, die giftige Dämpfe produzieren, nicht selten zu Unfällen führen und das Klima belasten. Doch wie können Radios, Handys oder Lampen sonst betrieben werden?

Die zwei britischen Designer Martin Riddiford und Jim Reeves, sind fast davon besessen, geniale und einfache Lösungen für Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Vier Jahre lang haben sie gebraucht, um das Gravitylight zu entwickeln. Eine Lampe, die Licht aus Gravitation erzeugt. Ursprünglich wollten sie es bei der Lampe belassen. Ein Zufall brachte sie aber noch auf weitere Ideen.

Wir entwickeln gravitationsbetriebene Kleingeräte, um auch jene ins elektronische Zeitalter zu holen, die bis jetzt ausgeschlossen waren.

Martin Riddiford, Director and Co-Founder of Therefore

Wie bei einer Kuckucksuhr hängt ein Zuggewicht an einem Seil. Über einen Mechanismus wird die Schwerkraft in Strom umgewandelt, der eine LED eine halbe Stunde lang zum Leuchten bringt. Dann muss die Lampe wieder aufgezogen werden. So schaffen es Riddiford und Reeves mit einer simplen aber genialen Innovation, Menschen den Einstieg in die elektrifizierte Unabhängig zu ermöglichen. Zumindest für die einfachsten Anwendungen. Ein wichtiger Anfang.

Eigentlich hätten die zwei Designer £ 55.000.- für die Finanzierung des Gravitylight benötigt. Ihre Idee stieß aber auf reges Investoreninteresse: jetzt stehen ihnen £ 400.000.- zur Verfügung. Daher entwickeln die Briten nicht nur Lampen, sondern auch Wasserreiniger, Handys und Radios, die mit der Schwerkraft angetrieben werden. Damit auch die Ausgeschlossenen wieder mehr Gewicht bekommen.