Wie kann den Ärmsten einer Gesellschaft am effektivsten geholfen werden? In der Geschichte der Entwicklungshilfe wurden schon zahlreiche Wege beschritten. Nicht alle waren erfolgreich. Eine New Yorker NGO hat ihren Weg gefunden.

Ende der 70er Jahre war die Trickle-down-Theorie eine dominierende, wirtschaftliche Ideologie. Danach brauchte man, um die Lebensqualität einer Gesellschaft zu steigern, einfach nur in den Wohlstand der reichen Bevölkerungsschicht investieren und dieser würde automatisch zu den ärmeren Schichten nach unten ‚tropfen‘. Auch die Entwicklungshilfe arbeitete lange Zeit nach dieser Doktrin. Die gewünschten Ergebnisse blieben jedoch aus.

Als Glen und Mildred Robbins Leet das erste Mal nach Dominica reisten, eine der ärmsten, karibischen Inselrepubliken, sahen sie aus erster Hand, dass die große Summen, die Entwicklungshilfe-Organisationen dort ausgaben, nie ankamen, wo sie gebraucht wurden. Im Gegenteil, die Schere weitete sich aus – die Reichen wurden reicher, die Armen ärmer. Daraufhin legten die Leets 1979 mit der Finanzierungen vierer Mikrounternehmen den Grundstein für Trickle Up.

Nichts motiviert Menschen mehr, als das Vertrauen und die Ermutigung anderer.

Mildred Robbins Leet, Mitgründerin von Trickle up

Neben Startfinanzierungen vermitteln die Leets ihren UnternehmerInnen das notwendige Know-how. Damit sind arme Menschen in der Lage, ihre eigenen Geschäftsideen umzusetzen und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Beispielsweise verkaufen sie Marmelade, Eier oder auch Schuluniformen. Gemeinschaftliche Spargruppen schaffen Reserven für Notzeiten. Dadurch helfen Glen und Mildred Robbins Leet mit, Menschen nachhaltig zur Selbsthilfe anzuleiten.

Bis heute haben die Leets mit ihrer Arbeit das Leben von circa 40.000 Menschen verändert. 98 Prozent der KreditnehmerInnen sind weiblich. Trickle up ist der Meinung, dass Frauen eine treibende Kraft in der wirtschaftlichen Entwicklung darstellen. Weiters verbessert sich ihre Verhandlungsposition innerhalb von  Gemeinden. Nach über 30 Jahren stellt Trickle Up unverändert einen nachhaltigen Beitrag zur Beseitigung von Armut dar.

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