Wie kann Menschen mit psychischen Beschwerden rasch und unbürokratisch geholfen werden? Nur die wenigsten können sich die langen und äußerst kostenintensiven Behandlungen leisten. Ein Sozialunternehmen aus Irland versucht, die Zwei-Klassen-Medizin abzuschaffen.

Viele Menschen leiden unter psychischen Problemen, wie etwa Depressionen, Angstzuständen oder Burn-outs. Speziell die Auswirkungen der letzten Wirtschaftskrise auf den Anstieg der Erkrankungen sind gut dokumentiert. Der Verlust des Jobs und daraus resultierende finanzielle Schwierigkeiten führen schnell zu einem Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts.

Das Sozialsystem Irlands ist äußerst kompliziert. Hohe Kosten, lange Wartezeiten und bürokratische Zuweisungen sah Krystian Fikert als Chance, die er erfolgreich nützte. Er gründete 2006 MyMind als gemeinwohlorientiertes Unternehmen und bietet inzwischen zusammen mit 60 Mitarbeitern unbürokratische psychologische Hilfe in den meisten europäischen Sprachen an.

Jeder und jede, zu jeder Zeit, mit jedem Problem. - Keine Wartelisten, keine ärztliche Zuweisung.

Krystian Fikert, CEO und Gründer von MyMind

MyMind bietet Menschen in Irland Zugang zu psychologischer Beratung, die nicht nur schnell und einfach zu erreichen, sondern auch leistbar ist. Für Personen mit geringen Einkommen gibt es vergünstigte oder kostenlose Unterstützung. Die Kosten dafür werden durch Patienten, die den vollen Preis bezahlen, querfinanziert. Dadurch stellt MyMind sicher, dass alle Menschen, unabhängig ihrer Vermögensverhältnisse, psychologische Unterstützung erhalten.

Nach einem ausführlichen Erstgespräch, in dem die größten Herausforderungen und die möglichen Lösungswege besprochen werden, haben die Klienten Zugang zu einem Team von Experten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, um die bestmögliche Behandlung und die Einhaltung aller Standards zu gewährleisten. Für 2013 rechnet MyMind mit ungefähr 2000 Patienten, die behandelt werden. Zahlreiche Auszeichnungen und Patientenberichte zeugen vom großen Erfolg des Unternehmens.

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