Wie erhält man kleinräumige Wirtschaftsstrukturen in einer Zeit, in der „wachsen“ und „zentralisieren“ die Mantras sind? Gegen den Strom zu schwimmen ist nie einfach. Ein innovatives Unternehmen im Norden Österreichs tut dies seit Jahrzehnten mit Erfolg.

In den entlegenen Regionen des Waldviertels ist Abwanderung immer noch ein zentrales Thema. Aufgrund der geringen Infrastruktur suchen viele Menschen ihr Glück in der Stadt. Dort dominiert jedoch die Anonymität und die Geschwindigkeit des Lebens, die Wertschätzung für die Einzelperson scheint gering und die Natur ist weit entfernt.

Vor genau 25 Jahren stand er ohne Arbeit und ohne große Zukunftsaussichten da. Da er aber nicht glauben wollte, dass „es das schon war“, nahm er seinen ganzen Mut zusammen und machte sich selbstständig. Unbeirrt vom Lärm der Medien- und Konsumgesellschaft begann Johannes Gutmann mit einer Idee, seiner Überzeugungskraft und einigen Bauern auf einer Wiese. Das war der Grundstein von Sonnentor.

Bin ich besser als andere? Nein! Ich bin nur anders und das sollten wir alle werden. Sei anders mit dem, was du tust, mit deinen Ideen und mit deiner Beharrlichkeit!

Johannes Gutmann, Gründer von Sonnentor

Sonnentor arbeitet nach dem simplen Konzept: Einfach leben und dabei sein Gegenüber als Mensch wahrnehmen. Der Betrieb steht für Handarbeit und direkte Veredelung der Produkte am Hof. Dadurch sorgt Sonnentor für eine lokale Wertschöpfung und stellt die Lebensgrundlage für Bauern durch direkte Partnerschaften sicher und schafft wichtige Arbeitsplätze in der Region.

Nach 25 Jahren kann das Unternehmen auf seine Erfolgsgeschichte zurückblicken: 176 Mitarbeiter und rund 700 biologische Produkte, die in mehr als 50 Ländern der Welt vertrieben werden. Ganz ohne „Konzernzentrale“ in einem Geschäftsviertel in der Großstadt, sondern mit einer einfachen Geschäftsstelle in Sprögnitz, einem kleinen Dorf im Waldviertel.