Wie kann die Bevölkerung Südkoreas stärker für Umweltthemen mobilisiert werden? Umweltschutz hatte in dem ostasiatischen Land lange Nachrang. Eine heimische NGO arbeitet seit über 25 Jahren an einer Prioritätenverschiebung.

Als einer der vier Tigerstaaten verzeichnete Südkorea in den letzten Jahrzehnten ein kräftiges Wirtschaftswachstum, das neben der Steigerung der Lebensqualität auch viel Umweltverschmutzung mit sich brachte: saurer Regen durch verstärkte Emissionen, in Flüsse geleitetes Abwasser und Landschaften, die gänzlich aus riesigen Müllbergen bestehen.

Sinae Lee, inzwischen einer der führenden Köpfe von Green Korea United, studierte Gartenbau und verbrachte nach ihrem Studium ein Jahr in einem israelischen Kibbuz. Dort wurde ihr bewusst, dass Mensch und Natur in Einklang leben können und müssen. 2004 ging sie zurück in ihre Heimat, schloss sich Green Korea United an und setzt seitdem ihre Erfahrungen im eigenen Land um.

Die Umweltbewegung in Korea hat erst eine kurze Geschichte. Wir mussten zuerst für fundamentalere Themen wie Demokratie kämpfen.

Sinae Lee, Organisations- und Mitarbeiterentwicklerin bei Green Korea United

Green Korea United betreibt tiefgreifende Umweltforschung und informiert die koreanische Bevölkerung über wichtige, insbesondere ökologische Zusammenhänge. Daneben werden die BürgerInnen immer wieder über Sociale Medien mobilisiert und zahlreiche Demonstrationen abgehalten. Auf diese Weise schützt die Organisation Wälder, Bergregionen, Feuchtgebiete und die marine Tier- und Pflanzenwelt vor der weiter fortschreitenden Zerstörung.

Heute hat Green Korea United über 40 Mitarbeiter und 15.000 Mitglieder. Finanziert wird die NGO über Unternehmen, internationale Umweltstiftungen und Mitglieder. Zu den größten Erfolgen zählen die Verhinderung der Endlagerung taiwanesischen Atommülls und der Stopp einer groß angelegten Flussbegradigung. Dem Kampf gegen die heimische Atomwirtschaft kommt jedoch die höchste Priorität zu.

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