Kann sich eine von Umweltzerstörung, Drogenanbau und Armut zerrüttete Region je wieder erholen? Durch die hohen Profite aus Drogengeschäften und die komplexen, wirtschaftlichen Abhängigkeiten ist ein Ausstieg aus dem Teufelskreis schwierig. Ein Beispiel aus Thailand macht Mut.

Doi Tung ist eine abgeschiedene Bergregion im Norden Thailands, im „Goldenen Dreieck“ gelegen, das berühmt für seinen Mohnanbau und die Drogenproduktion ist. Abholzung, Umweltzerstörung und bittere Armut der ansässigen, ethnischen Gruppen prägten bis Ende der achtziger Jahre die Gegend, die auch ein Einzugsgebiet wichtiger Flüsse darstellt, stark.

Die inzwischen verstorbene Mutter des jetzigen Königs von Thailand, Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Srinagarindra, kam 1987 das erste Mal in die Region und war bestürzt über die großflächigen Abholzungen und das Elend der Bevölkerung. Sie begründete eines der ersten, nachhaltigen Programme Thailands – das Doi Tung Development Project (DTDP).

Wir haben den Mohnanbau komplett verbannt und Mensch und Natur wieder in Einklang gebracht. Das erfüllt uns in ganz Thailand mit Stolz.

Khunying Puangroi Diskul na Ayudhaya, Executive Director von DTDP

Das über 30 Jahre laufende Programm konzentrierte sich in den ersten fünf Jahren auf den Aufbau einer medizinischen Infrastruktur und die Aufforstung der Wälder. In den folgenden acht Jahren wurde eine wirtschaftliche Grundlage für die Bevölkerung geschaffen: Ackerbau, Handwerk, Gartenbaukunst und Tourismus bilden nun die vier Haupt-Einnahmequellen. Seit 2003 liegt der Fokus auf Ausbildung, Schulen und der weiteren Stärkung autarker Wirtschaftsstrukturen.

Obwohl das DTDP offiziell noch vier weitere Jahre läuft, steht es seit zwei schon finanziell auf eigenen Beinen. Das „United Nations Office on Drugs and Crime“ zeichnete das Projekt als eines der erfolgreichsten Beispiele weltweit für alternative Wege zur Drogenproduktion aus. 2017 wird die Bevölkerung vor Ort die Verwaltung übernehmen und hätte damit den Ausstieg aus dem Drogengeschäft vollständig geschafft.

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