Wie können die katastrophalen, sanitären Zustände in den Armenvierteln Kenias behoben werden? Zehn Millionen Menschen leben in den dortigen Slums, acht Millionen davon haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen. Ein Sozialunternehmer hat eine facettenreiche Lösung gefunden.

In den Slums von Nairobi, der Hauptstadt Kenias, eine Toilette zu suchen, bedeutet entweder auf ein Plumpsklo zu gehen, das hundert andere Menschen auch benutzen oder die Notdurft in Plastiksack zu verrichten und diesen dann auf der Straße wegzuwerfen. Diese Praxis wird im Volksmund „fliegende Toiletten“ genannt. Beide Methoden führen zu massiver Umweltverschmutzung und sind ein Katalysator für die Verbreitung von Krankheiten wie Typhus oder Tuberkulose. 

Nach dem Studium war David Auerbach einige Jahre in China als Englischlehrer tätig. Danach lernte er bei der Clinton Foundation, wie man Unternehmer in aufstrebenden Märkten unterstützt. Am MIT erwarb er schließlich selbst die wirtschaftlichen Grundlagen, um ein eigenes Unternehmen zu führen. Und wie das Schicksal es so will, stieß er auf einer Reise in Kenia auf die erschreckenden, sanitären Zustände in den dortigen Slums. Das motivierte ihn zur Gründung von Sanergy.

Unternehmen wie Sanergy können langfristig nur funktionieren, wenn sie Arbeitsplätze vor Ort schaffen und lokalen Firmen Geschäftmöglichkeiten bieten.

David Auerbach, Co-Gründer von Sanergy

Sanergy baut in den Armenviertel von Nairobi mobile Toilettenanlagen, lässt diese von lokalen Betreibern bewirtschaften und einsammeln. In einer zentralen Kompostieranlage wird der Inhalt derselben in Dünger und Elektrizität umgewandelt. Der Dünger wird an landwirtschaftliche Betriebe in der Region verkauft, der Strom über staatliche Energieversorger ins Netz gespeist.

David Auerbach begann 2010 mit 25 Toilettenanlagen, die in der Woche ungefähr 3 Kubikmeter Fäkalien sammelten. Inzwischen stehen schon über 300 mobile WCs zur Verfügung, jede Woche kommen zehn hinzu. Damit hat er nicht nur einen guten Start mit seinem Unternehmen hingelegt, sondern gleichzeitig eine Lösung für das Hygieneproblem der Region entwickelt.

*editor‘s pick