Wie kann Frauen in zerrüttelten Kriegsgebieten geholfen werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen? Bloße Entwicklungshilfe greift hier zu kurz, der Armut kann nur schwer entkommen werden. Ein Nonprofit Unternehmen aus den USA schlägt mit seinem Konzept Wellen in Afghanistan.

Der Krieg in Afghanistan ließ auch in den ländlichen Provinzen keinen Stein auf dem anderen. Die Menschen sind von starker Armut betroffen. Die Chance, dem Teufelskreis aus Mittelosigkeit und fehlender Bildung zu entkommen, scheint auch für die jüngeren Generationen sehr gering. Viele Erwachsene können nicht einmal ihren eigenen Namen schreiben. Besonders betroffen von der Aussichtslosigkeit der herrschenden Umstände sind vor allem Frauen.

Mitten im Krieg reiste Connie K. Duckworth nach Afghanistan und war fassungslos. Auch sie erkannte die große Problematik, in dem sich die Bevölkerung befand. Um ihre Leben nachhaltig verändern zu können, muss den Frauen nicht nur finanziell, sondern auch im Bereich Bildung und Familie geholfen werden. So kehrte die Texanerin 2004 zurück und gründete ARZU, was nicht nur auf Dari ‚Hoffnung‘ bedeutet.

Als ich 2003 das erste Mal nach Afghanistan reiste, wusste ich, dass ich zurückkommen würde, um diesen Menschen zu helfen.

Connie K. Duckworth, Gründerin & CEO von ARZU Studio Hope.

ARZU stattet Teppichweberinnen in den ländlichen Provinzen Bamyan und Faryab mit dem nötigen Equipment aus, um hochwertige Teppiche anzufertigen. Neben dem üblichem Marktpreis erhalten die Frauen zusätzlich 50 Prozent für ihr Handwerk. Im Gegenzug verpflichten sich die Weberinnen, ihre Kinder, bis sie fünfzehn sind, in die Schule zu schicken. Frauen besuchen zusätzlich Alphabetisierungs- und Gesundheitskurse und werden im Falle einer Schwangerschaft für die Geburt in Kliniken gebracht, wo sie auch später medizinisch betreut werden. Die Teppiche werden in den USA vertrieben, der Profit wandert vollständig in den Ausbau der Initiative.

Seit der Gründung ist ARZU zu einem riesigen Netzwerk gewachsen. Neben einem Gemeinschaftszentrum, wo die Frauen Kurse besuchen, Zugang zu sauberem Wasser haben oder einfach nur Tee trinken können, wurde auch ein Gemeinschaftsgarten angelegt. Außerdem wurden weitere BewohnerInnen ausgebildet, selbst Wasserfilter anzufertigen. Eine der neuesten Errungenschaften ist die Vorschule, in der die Kinder schon früh Bildung, Kleidung und ausgewogene Mahlzeiten erhalten. ARZU gibt somit den Menschen ein regelmäßiges Einkommen, Bildung und vor allem: eine Zukunftsperspektive.

*editor‘s pick