Wofür sollten Staaten ihr Geld ausgeben? Auf der ganzen Welt übersteigt der Außenhandel mit Waffen die Unterstützung für aufstrebende Länder um ein Vielfaches. Zu oft ist Essen nur ein Privileg und kein Recht. Eine Organisation will das ändern.

43 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben stammen aus den Vereinigten Staaten – fast 700 Milliarden Dollar. Der Entwicklungshilfe-Etat liegt im Vergleich dazu bei ungefähr 31 Milliarden Dollar. Gleichzeitig bezieht fast jeder siebte Amerikaner Essensmarken, um nicht hungern zu müssen. In manchen Bundesstaaten der Weltmacht existieren Gesetze, die die Ausgabe von Mahlzeiten und Lebensmitteln an Obdachlose verbieten.

Nach einer Demonstration gegen ein Atomkraftwerk in der Nähe von Boston im Jahr 1980 eröffnete Jo Swanson mit sieben Mitstreitern einen Kuchenbasar, um Geld für die Gerichtskosten eines verhafteten Freund aufzustellen. Die Anti-Atom-Aktivisten entwickelten die Idee der Essensausgabe weiter und gründeten nicht lange danach Food Not Bombs.

Mit über einer Milliarde an Hungernden weltweit, wie kann man da auch nur einen Dollar für Waffen ausgeben?!

Jo Swanson, Co-Gründer von Food Not Bombs

Food Not Bombs ist eine NGO, die verwertbare Lebensmittel sammelt, die sonst weggeworfen werden würden und diese kostenlos an Hungernde oder auch Demonstranten ausgibt. Auch nach Desastern, wie etwa 9/11 oder Hurricane Katrina, zählen die engagierten Freiwilligen der NGO zu den Ersten, die eine Versorgung aller Betroffenen mit Lebensmittel sicherstellen.

Zurzeit bereitet sich Food Not Bombs auf eine mögliche weitere Finanzkrise vor und baut besonders in Städten Gemeinschaftsgärten auf, organisiert Unterkünfte für Obdachlose, sammelt Fahrräder und repariert diese für den Wiedergebrauch oder hilft älteren Menschen bei ihren Einkäufen. Damit möchte Food Not Bombs noch mehr Menschen dazu zu inspirieren, sich für ihre Gemeinschaft zu engagieren.

*editor‘s pick