Wie viele junge Menschen wollen heutzutage noch einen landwirtschaftlichen Hof betreiben? Man tendiert wohl zur Einschätzung es wären wenige. Das mag auch stimmen und dennoch kommen immer mehr auf den Geschmack der Ursprünglichkeit.

Keine Frage, ein Weingut zu besitzen und Winzer zu „spielen“, das können sich viele Menschen vorstellen. Doch das ist eher von romantischen Bildern geprägt, in denen man sich mehr Wein trinken, als Wein machen sieht. Weinbau ist komplex und herausfordernd, dennoch hat sich Gottfried Lamprecht 2006 auf dieses Abenteuer eingelassen. In der Südost-Steiermark hat er mit dem Herrenhof ein kleines Juwel wiederbelebt. Der Hof wurde schon von den Chorherren des Stiftes Vorau, die dem Hof den Namen gaben, bewirtschaftet. Durch mehrere Besitzwechsel kam der Anbau aber zum Erliegen und die Weinreben verschwanden.

Gottfried Lamprecht ist ein besonderer Charakter. Originell, entschlossen und bodenständig. Konventionen interessieren ihn wenig und so ist er in den letzten Jahren seinen eigenen Weg gegangen. Die Richtlinien für biologischen Weinbau gingen für ihn oft nicht weit genug. Oder waren zu eng. Also entwickelte er seine eigene Charta mit 10 Grundsätzen für authentischen und natürlichen Wein, um aus der Uniformität und Ausdruckslosigkeit auszubrechen. Die Nachhaltigkeit seiner Weine ist für ihn vor allem mit Herkunft und Transparenz verbunden.

Weinbau bedeutet für mich nicht nach einem Rezept zu arbeiten. Wir arbeiten 100% Freestyle – das schmeckt man auch.

Gottfried Lamprecht, Gründer & Winzer vom Herrenhof

Alle seine Trauben besitzen absolute Herkunftsgarantie. Für mehr Qualität reduzierte er seinen Ertrag pro Hektar, verwendet 100% Naturhefe aus dem Weingarten, verzichtet auf Aromen und besinnt sich traditioneller Weinbereitungsmethoden. Der Pflanzenschutz und die Bodenpflege entsprechen der zertifizierten biologischen Produktion. Gleichzeitig hat er den Herrenhof zum lebendigen Treffpunkt gemacht und fährt für die Bewerbung seiner Charta quer durchs Land. Sein ganzheitlicher Ansatz macht sich bezahlt. Seine Weine überzeugen auf ganzer Linie und lassen die Fangemeinschaft wachsen.

Und die Zukunft? Er will mit seiner Arbeit Menschen zusammenbringen und neben dem Genuss, Wein auch als Kulturgut verstanden sehen. Er wünscht sich, dass die Herkunft der Trauben in den Vordergrund rückt und möchte den Herrenhof zu dem machen, was er bereits einmal war: Ein lebendiger Weinbaubetrieb mit hochwertigen Produkten und Vorbildfunktion.