Ist alles was aussieht wie Natur auch automatisch biologisch? Ein zweiter Blick lohnt sich um die feinen – aber substanziellen – Unterschiede zu entdecken. Eine österreichische Gärtnerei macht sich auf den Weg zum besseren Grün. 

Sabine Watzer hatte nicht geplant den Gärtnerei Betrieb ihres Großvaters zu übernehmen. Mit ihrem Studium der Biologie (Schwerpunkt Genetik) lockte die internationale Forschungswelt mit anderen Herausforderungen. Doch es kommt oft anders als man denkt und so sprang sie 2005 ins kalte Wasser, um dem verfallenen Betrieb ein zweites Leben zu schenken. Und wie biologisch arbeitet eigentlich eine Gärtnerei?

 Auch wenn die grüne Pracht selten nicht biologisch wirkt – die Unterschiede sind – ähnlich wie in der Landwirtschaft – dennoch groß. Die Idee dazu trug Sabine Watzer schon länger mit sich herum, dann traf sie die Entscheidung diesen Weg einzuschlagen: „Je mehr ich mich mit der Umstellung beschäftigt habe, umso mehr ist mir bewusst geworden, dass es eine große Chance für meinen Betrieb ist. Persönlich ist mir ein fairer und schonender Umgang mit unseren Ressourcen sehr wichtig. Ich glaube, dass darin die Zukunft liegt“

Für mich ist es wichtig, die Natur als Partner zu begreifen. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, die faszinierende Vielfalt in unserem Lebensraum zu erhalten.

Mag. Sabine Watzer, Inhaberin von Austropalm

Heute verzichtet der Betrieb auf chemische Düngemittel und Substrate, die unsere Umwelt belasten. Dabei bringen die biologischen Maßnahmen auch Arbeitserleichterungen mit sich. Durch den Einsatz von natürlichen Nützlingen (Insekten) wurde die mühsame Arbeit in heißen Schutzanzügen beim Ausbringen von giftigen Chemikalien obsolet. Auch die Kunden wertschätzen die schadstofffreien und robusteren Pflanzen aus der Zucht von Sabine Watzer. Die geringen Mehrkosten werden dank steigender Sensibilität gerne gezahlt. 

Und die Zukunft? Sabine Watzer wünscht sich mehr Erfahrungsaustausch mit anderen Bio-Betrieben und hofft, dass mit der Zeit mehr diesen Weg einschlagen werden – bis zu dem Tag, an dem dieser als selbstverständlich gilt. Und: Mit der Umstellung ist auch eine neue Artenvielfalt von Insekten in die Gewächshäuser eingezogen, die spüren lässt, dass man etwas richtig macht. Zur Krönung ihrer Arbeit fehlt nur noch die offizielle Zertifizierung als biologischer Betrieb.