Wie kann das Wissen über urbane Landwirtschaft stärker verbreitet werden? Einige Initiativen bieten zahlreiche Kurse an, im Bildungssystem ist das Thema Urban Farming jedoch noch nicht verankert. Ein Projekt in San Diego setzt den ersten Schritt. 

Vor allem Lebensmittel, die für den Verkauf in Städten vorgesehen sind, werden unreif geerntet und  legen zwischen Ernte und Konsum große Distanzen zurück. Bei zahlreichen jungen StadtbewohnerInnen wächst jedoch das Interesse für landwirtschaftliches Know-how zeitgleich mit dem Bedarf nach frischen, gesunden Biolebensmitteln aus der eigenen Region. 

Mit 1,3 Millionen Einwohnern ist San Diego die acht größte Stadt der USA. Bereits 2008 erkannte dort das San Diego City College zusammen mit einer Biolebensmittel-NGO die wachsende Nachfrage nach Urban Farming. Beide Organisationen gingen eine Kooperation ein, legten einen großen Lehrgarten an und starteten einen universitären Lehrgang: Seeds@City war geboren.

Ich bin überwältigt von der Begeisterung und dem Unternehmergeist der jungen Menschen, die unsere Urban Farming-Klassen belegen!

Paul Maschka, Farm Manager und Instructor beim City College

Seeds@City bildet StudentInnen und BewohnerInnen der Stadt in biologischer, urbaner Landwirtschaft aus. Die geernteten Produkte werden am wöchentlichen Bauernmarkt verkauft und tragen dadurch zur Finanzierung des Lehrgartens bei. Somit passt Seeds@City die Lehrpläne der Studenten an die Bedürfnisse der Zukunft an, bindet BürgerInnen der Region ein und fördert gesunde biologische Ernährung in der gesamten Stadt.

Nach Schätzungen der UNO werden 2030 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Momentan werden jedoch nur 15 Prozent der Lebensmittel im urbanen Raum produziert. Dementsprechend legt das kalifornische Projekt einen wichtigen Grundstein in die richtige Richtung. Um ganzjährig Lebensmittel anbauen zu können und stabilere Einnahmen zu erzielen, wird zurzeit ein Glashaus im Lehrgarten errichtet. Auch ein Zaun zum Schutz vor Diebstahl wurde notwendig – das angebaute Obst und Gemüse ist sehr beliebt.

*editor‘s pick