Sehnen sich WissensarbeiterInnen vor ihren PCs nicht alle ein wenig nach „ehrlicher“ Arbeit an der frischen Luft? Nicht alle, aber auch nicht wenige. Und manche opfern dafür sogar ihren wertvollen Urlaub und verändern ihre Beziehung zu Nahrung.

Für die Sektretärin Sue Coppard war es ein normaler Arbeitstag im Londoner Büro als in ihr die Idee keimte für ein paar Tage aufs Land zu fahren. Das war an sich nichts Besonderes, doch sie wollte nicht einfach nur ein Hotel buchen und spazieren gehen, sondern am Leben in einem landwirtschaftlichen Betrieb mitwirken. Voll dabei sein. Es spüren, riechen und schmecken. Sie war (und ist) Fan der damals jungen Bewegung der biologischen Landwirtschaft und so organisierte sie für sich und 3 Freunde ein Wochenende auf einer bio- dynamischen Farm in Sussex. Es sollte alles verändern.

Aus dem impulsiven Wochenende erwuchs die Non-Profit Organisation WWOOF. Die Abkürzung stand zu Beginn für „Working Weekends on Organic Farms“ – heute für „World Wide Opportunities On Organic Farms“. Das Konzept fand rasend schnell Anhänger. Sowohl auf der Seite der freiwilligen Helfer, als auch auf der Seite der Bauern, die den Naturhungrigen Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung stellten. Schnell entstanden Freundschaften und somit ein starkes Netzwerk rund um die WWOOF Bewegung.

Die Bauern nahmen uns mit offenen Armen auf. Für uns war es Ausgleich, für sie willkommene Hilfe. Schnell entstanden Freundschaften fürs Leben.

Sue Coppard, Gründerin von WWOOF

Heute gibt es WWOOF in 43 Ländern der Welt und die Bewegung wächst weiter. Gerade im Hinblick auf eine unaufhaltsame Urbanisierung gewinnt der Gedanke der Organisation weiter an Attraktivität. Von Beginn an fokussierte man ausschließlich Bauernhöfe mit biologischer Ausrichtung und förderte mit den freiwilligen Helfern auch deren Entwicklung in den schwierigen Anfangszeiten. Ein Gewinn für alle.

In Zeiten der industriellen Nahrungsmittelproduktion leistet WWOOF einen wertvollen Beitrag, sind es vor allem junge Menschen die das Angebot der Organisation als Chance nützen, um ohne große Kosten die Welt und andere Kulturen zu entdecken. Sie kommen über die Mitarbeit auf den biologischen Höfen oft das erste Mal mit Nahrungsmittelanbau in Kontakt. Dieses Begreifen der natürlichen Prozesse fördert ihre Sensibilität gegenüber gesunder und bewusster Ernährung. Und: Es macht ihnen auch noch Freude. 

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