Wie können wir wieder mehr zu uns selbst finden? Im Beruf sind wir wie nie zuvor gefordert, in der verbleibenden Freizeit decken wir uns selbst mit permanenten Ablenkungen wie Fernsehen, Internet und Handy ein. Einen Moment der einfachen Ruhe gibt es nicht – dabei liegt die gelebte Ruhe buchstäblich vor unserer Tür.

Als Menschen des 21. Jahrhunderts sind wir es mittlerweile immer weniger gewohnt, uns mit unseren eigenen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen. Wir sind andauernd vielfältigen Reizen ausgesetzt. Jede Busfahrt, jede Wartezeit, jede freie Minute wird mit Social Media und anderer moderner Formen der Kommunikation gefüllt – und das fast krankhaft. Stets vernetzt und immer Multitasking lautet die Devise.

Sascha Seifert lebt am Rande eines Stadtwaldes in Stuttgart. Seit seiner Kindheit ist er fasziniert von der Welt der Natur direkt vor seiner Haustür. Bei einer Filmproduktion in einem Wald, nicht weit weg von seinem zu Hause, fiel ihm auf, dass gerade Schnecken der lebendige Beweis dafür sind, welche Kraft und Ästhetik in Achtsamkeit und Langsamkeit steckt. So begann die Geschichte des Films SLOW.

Zeit ist keine Ressource. Zeit ist eine Haltung.

Sascha Seifert, Regisseur von SLOW

SLOW ist ein Film über Entschleunigung und spürbare Ruhe. Ab den ersten Sekunden werden ZuseherInnen in eine  unmittelbare Welt der Stille eingefangen:  in die mystische Welt der Schnecken, in eine cineastische Geh-Meditation. Langsamkeit wird in die Romantik von Bildern eingehüllt. Dadurch vermittelt Sascha Seifert auf eindrucksvolle Weise, welche Kraft aus Ruhe kommen kann und wie wichtig es ist, hin und wieder einen Gang zurückzuschalten.

Und die Zukunft? In der Filmbranche erlebte Sascha Seifert viele Widerstände, weil sein Werk anders ist, als das, was „man heute üblicherweise im Kino zeigen kann“. Nichtsdestotrotz kommt SLOW ab dem 23. Mai in unsere Kinos. Der Regisseur wünscht sich, dass viele Menschen  den Film auf der großen Leinwand erleben und sucht Partner, die beim Thema Natur-, Tier- und Dokumentarfilm über die Schranken der Konvention hinaus gehen möchten und bereit sind, SLOW zu unterstützen.