Welches Potential verbirgt sich in Essensabfällen? Auch bei bewusstem Konsum ist er unvermeidlich. Ein amerikanischer Konzern geht neue Wege.

In Supermärkten fallen täglich viele Tonnen an Lebensmitteln an, deren Ablaufdatum überschritten wurde und die daher entsorgt werden müssen. Dies passiert leider meistens auf Deponien. Der organische Abfall wird dann üblicherweise durch LKW abtransportiert, die die Straßen verstopfen und mit ihren Abgasen die Atmosphäre belasten.

Kroger ist heute die größte Lebensmittelkette in den USA. Sie wurde 1883 als kleiner Greißler Laden von Barney Kroger gegründet. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über 2470 Supermärkte und weitere 1000 Geschäfte. Der derzeitige Präsident von Kroger, Rodney McMullen, sieht die Kette als großen Hebel für einen ökologischen Wandel und hat vor kurzem ein Abfall-zu-Energie-System eingeführt.

In dieses Projekt zu investieren macht sowohl aus ökologischer als auch aus finanzieller Sicht sehr viel Sinn!

Rodney McMullen, Präsident von Kroger

Über anaerobe Vergärung werden alle organischen Produkte, die nicht verkauft oder an karitative Essensausgaben gespendet werden können – von abgeblühten Blumen bis zu abgelaufenem Fleisch – in großen Silos in Biogas umgewandelt und verbrannt. Damit reduziert Kroger seinen organischen Abfall um 150 Tonnen pro Tag, spart über 500.000 LKW-Kilometer im Jahr ein und reduziert Deponiegase.

Mit der sauber produzierten Energie kann das Unternehmen 20 Prozent aller Auslieferungslager versorgen. Überschüssiges Wasser bereitet Kroger auf, den übrig gebliebene Schlamm wandelt es in nährstoffreichen Dünger um – genug für mehr als 32.000 Quadratkilometer Boden. Damit zeigt Kroger, dass Umweltschutz auch in großen Konzernen einen hohen Stellenwert einnehmen kann.

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