Leben wir in einer gleichberechtigten Wissensgesellschaft? Leider nicht wirklich. Der Zugang zu Informationstechnologie – und damit zum Internet – steht nicht allen offen. Zum Glück gibt es Menschen die gegen diesen Missstand etwas unternehmen.

Rüdiger Wetzl hatte mit Computern eigentlich nichts am Hut. Als diplomierten Germanisten verschlug es ihn, im Rahmen seiner Mitarbeit in einem Sozialprojekt, von 2007-2009 nach Südamerika. Dort arbeitete er intensiv mit gesellschaftlich benachteiligten Menschen zusammen und erfuhr wie unglaublich wichtig die Aneignung von Computerkenntnissen gerade für diese Gruppe der Bevölkerung ist. Für viele ist es eine der wenigen Chancen zum Ausbruch aus einer hoffnungslosen Zukunft.

Zurück in Österreich war für Rüdiger Wetzl klar, dass selbst in einem der reichsten Länder der Welt, ein ähnlicher Handlungsbedarf bestand. Und: Zu seinem sozialen Engagement gesellte sich ein ordentliches Maß an Freiheitsliebe und Unternehmergeist. Die perfekte Mischung für einen sozialen Unternehmer. Im April 2009 gründete er schließlich Compuritas, um mit Hartnäckigkeit und Leidenschaft die herrschende Situation zu verbessern.

Es zählt nicht, wer wir sind, sondern was wir tun! Mit mehr Willen und weniger Selbstverliebtheit kann diese Welt für alle Menschen ein schönerer Ort sein.

Rüdiger Wetzl, Inhaber Geschäftsführer von Compuritas

Das Konzept geht auf. Compuritas ermöglicht benachteiligten und armutsgefährdeten Menschen den Erhalt von sehr kostengünstiger Hardware, wodurch viele ihrer Kunden überhaupt das erste Mal mit Computern in Berührung kommen. Daneben profitieren auch NGOs und Schulen von den kostengünstigen Geräten. Neben der sozialen Dimension wird durch Reparatur und Instandsetzung die Lebensdauer der Geräte um 3-4 Jahre erhöht. Gleichzeitig wird im Vergleich zu einer Neuanschaffung auch die ökologische Belastung enorm reduziert. 

Und die Zukunft? In den kommenden Jahren will Compuritas das Projekt in weiteren Bundesländern etablieren und der vorherrschenden Wegwerfkultur im ITK Bereich eine sinnvolle Kultur der Weitergabe gegenüberstellen. Für die Realisierung der ehrgeizigen Ziele sucht man aktuell nach finanzieller Unterstützung aus Stiftungen oder über ein Crowdfunding Projekt. Und: Social Entrepreneurs die das Konzept auch in anderen Ländern umsetzen wollen.