Wie können wir kollektive Unzufriedenheit in gestalterische Energie umwandeln? Wenn ein Einzelner ein erbostes E-mail schreibt, bewirkt das wenig. Wenn aber 14.000 ihre Stimme für ein Anliegen erheben, dann bebt die Luft. Eine Plattform vereint sie. 

Sowohl die kleinen als auch die großen Herausforderungen des Alltags wirken manchmal so übermächtig, Apparate so verkrustet und Systeme so einflussreich, dass wir als Einzelner scheinbar keine Chance haben, etwas zu bewirken. Auch verfügen Einzelpersonen selten über die nötige Zeit oder das nötige Geld, um mit Scharen von Anwälten für Gerechtigkeit zu sorgen. 

Ben Rattray ehemaliger Stanford-Student, wollte Investmentbanker werden. Die zum Teil heftigen und unangebrachten Reaktionen auf das Homosexuellen-Outing seines Bruders brachten Rattray aber zum Umdenken. Er begann Diskussionsgruppen zu gesellschaftspolitischen Themen zu bilden und Wege zu suchen, wie sich Menschen für ihr direktes Umfeld einsetzen können. Schließlich gründete er change.org.

Wir möchten Menschen weltweit die Möglichkeit geben, sich für die Welt einzusetzen, in der sie leben möchten.

Ben Rattray, Gründer von change.org

change.org ist eine Plattform, auf der Menschen auf einfache Weise Petitionen starten und Mitstreiter für Anliegen finden können, die ihnen wichtig sind. Egal, ob es die gemobbte Tochter in der Schule, Korruption in der Regierung oder überhöhte Bankgebühren sind. Damit macht es change.org einzelnen Menschen so leicht wie möglich, das Umfeld auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu verändern.

Die Plattform ist als „Social business“ aufgebaut, das heißt, sie wird wirtschaftlich selbsttragend geführt, mögliche Gewinne kommen aber wieder der Plattform zugute. Inzwischen hat change.org 25 Millionen Mitglieder aus 196 Ländern. Derzeit kommen jeden Monat zwei Millionen Neumitglieder hinzu. Noch nie war es für Einzelne einfacher, sozialen Wandel herbeizuführen.

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