Wie können auch jene Menschen sichere Prothesen erhalten, die sie sich nicht leisten können? Im Westen kosten diese maßangefertigten Stücke bis zu 20.000 Euro. Besonders Kinder benötigen aufgrund des stetigen Wachstums regelmäßig neue Prothesen. Ein Unternehmer hat in der Schweiz eine faszinierende Lösung entwickelt.

Es gibt 24 Millionen amputierte Menschen in ärmeren Ländern, die dadurch keinen Zugang zu adäquaten Prothesen haben. Sei es, weil diese den Qualitätsanforderungen nicht entsprechen, oder weil die Prothesen zu teuer und damit für die meisten Menschen nicht leistbar sind. Besonders wenn ein Elternteil nicht mehr arbeiten kann, können Amputationen für eine Familie existenzbedrohend sein.

Mohammed Ismail ist Jordanier, lebt jedoch bereits seit vielen Jahren im Sudan. Über zwei Jahrzehnte arbeitete er als Prothetiker, davor hatte er eine Stelle bei der Internationalen Kommission des Roten Kreuzes inne. Dort lernte er die alltäglichen Herausforderungen vieler amputierter Menschen aus erster Hand kennen. Um den Betroffenen aktiv ihr Leben zu erleichtern, gründete er das Unternehmen Swiss Leg.

Wir denken, dass Gehen ein Menschenrecht ist und für alle leistbar sein sollte.

Mohammed Ismail, Erfinder des Swiss Leg

Swiss Leg bietet hochwertige Prothesen zu geringen Kosten an, da das Unternehmen mit weitverbreiteten Materialien arbeitet. Die Prothesen sind kein Massenprodukt, sondern werden – trotz des geringen Preises – maßgefertigt. Darüber hinaus benötigt Swiss Leg  für die Herstellung lediglich vier Stunden.  Auf diese Weise können Menschen in der Früh zu einer Swiss Leg-Niederlassung transportiert werden und zu Mittag wieder selbst hinausgehen.

Eine Prothese von Swiss Leg kostet in der Produktion 50% weniger, als vergleichbare Modelle. Verkauft werden die Beine um einen Euro pro Tag, was einem Fünftel der günstigsten, am Markt befindlichen Alternative entspricht. Mohammed Ismails Plan für die nächsten Jahre lautet: 5-5-5-50. Das bedeutet, mit 5 Millionen Euro Investorengeld, könnte er in 5 Jahren 5 Produktionsstätten errichten, um jährlich 50.000 Prothesen zu erzeugen.

*editor’s pick